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Von unserem Redaktionsmitglied
 Rebekka Groß · 08.10.2019

Hilfe für todkranke Kinder

Kreis Böblingen: Mit ihrem Verein kämpft Martina Steinbrenner für die Finanzierung eines Psychologens für das Kinder-Palliativ-Care-Team / Kinderbenefizgala am 12. Oktober in Renningen

  • Wenn keine Hoffnung auf Heilung mehr besteht, wünschen sich viele Kinder und deren Familien, dass sie ihre letzten Tage zuhause im Kreis der Familie verbringen können. Bild: Pingpao / Adobe Stock

  • Martina Steinbrenner. Bild: Photohansel

  • Prominente Unterstützung für Martina Steinbrenners Verein mit Timo Hildebrand (rechts) und Florian Sitzmann. Bild: Monika Krämer

Hilflosigkeit – das ist wahrscheinlich das Gefühl, mit dem eine Familie konfrontiert wird, deren Kind plötzlich lebensbedrohlich erkrankt. Hilflos zusehen müssen, wie es dem eigenen Kind immer schlechter geht und die Mediziner keine Chancen auf eine Verbesserung mehr sehen. Bei vielen Betroffenen kommt dann der Wunsch auf, dem Kind wenigstens für die letzten Tage, Wochen oder Monate den tristen Krankenhausalltag zu ersparen und es ihm zuhause, im vertrauten Umfeld, so schön wie nur irgendwie möglich zu machen.

Den gesetzlichen Anspruch auf diese Möglichkeit haben Betroffene in Deutschland mit Einführung des Rechts auf „Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung“ (SAPV). Mit der Unterstützung eines SAPV-Teams sollen Eltern die notwendige Sicherheit und Unterstützung bekommen, um ihr Kind zuhause im vertrauten Umfeld pflegen zu können. Doch ganz so einfach ist es nicht.

„Im Gesetzt ist die SAPV für Kinder und Jugendliche zwar seit 2007 verankert. Aber es hat im Kreis Böblingen neun Jahre gedauert bis ein solches Team am Olgäle in Stuttgart realisiert wurde“, sagt Martina Steinbrenner. Die Renningerin gründete im Jahr 2010 den gemeinnützigen Verein der Palliativ-Care-Teams im Kreis Böblingen, zunächst für die Erwachsenen-Versorgung.

Angesprochen von verschiedenen Organisationen erfährt sie, dass es für Kinder in ganz Baden-Württemberg weder ein stationäres Kinderhospiz noch ein Kinder-Palliativ-Care-Team für die schmerztherapeutische Versorgung zuhause gibt. Das Problem: Da die medizinische Versorgung und auch die Krankheitsbilder von Kindern sich stark von denen der Erwachsenen unterscheiden, braucht es für ein solches Team speziell ausgebildete Kinderpalliativärzte- und -pfleger.

Diese sind für die betroffenen Familien rund um die Uhr zu erreichen und kommen bei Notfällen sofort vor Ort. „Gerade bei Kindern kann sich der Sterbeprozess lange hinziehen. Die Eltern wissen oft nicht, was kommt. Das Kinder-Palliativ-Care-Team informiert über die verschiedenen Phasen und bereitet die Eltern, so gut das geht, darauf vor“, sagt Martina Steinbrenner. Seit 2016 versorgt ein solches Team betroffene Familien im Umkreis von 120 Kilometern rund um Stuttgart. „Das, was diese Teams leisten, geht über die medizinische Versorgung hinaus. Sie sind Ansprechpartner, helfen beim Beantragen und Ausfüllen von wichtigen Unterlagen und haben ein offenes Ohr für die Sorgen der Betroffenen.“

 

Der komplette Artikel steht am Mittwoch in der SZ/BZ und auf www.szbz.de

 

Info

Am 12. Oktober veranstaltet der Verein der Palliative-Care-Teams im Kreis Böblingen die inzwischen 7. Kinderbenefizgala „Kinder helfen Kinder“ in der Stegwiesenhalle in Renningen. Los geht es um 17 Uhr. Die diesjährige Benefizgala steht unter der Schirmherrschaft von Fallschirmsprungweltmeister Klaus Renz. Für Programm sorgen unter anderem das Tanzstudio Renningen, der Radfahrerverein Magstadt und der Schülerchor der Friedrich-Schiller-Schule in Renningen. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Der Eintritt ist frei. Spenden zur Förderung der schmerztherapeutischen Versorgung von schwerstkranken Kindern im eigenen zuhause sind willkommen.
Wer Interesse hat, Mitglied im Verein zu werden oder für dessen Arbeit zu spenden, findet weitere Informationen im Netz unter 
www.verein-pct.de.