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Von unserer Redakteurin 
Rebekka Groß · 14.07.2020

Hilfe für Eichhörnchen in Not

Magstadt: Rebecca Gläss pflegt als private Auffangstation der Eichhörnchenhilfe Stuttgart hilflose Eichhörnchen-Findelkinder gesund / Rund 300 Tiere pro Jahr brauchen in der Region Hilfe

  • Rebecca Gläss kümmert sich Tag und Nacht um verwaiste Eichhörnchenbabys. Bild: Groß

  • Eichhörnchen-Jungtier Diva hat immer Hunger.

  • In der selbstebauten Voliere im "Eichhörnchenzimmer" dürfen die jugendlichen Eichhörnchen bis sie 12 Wochen alt sind leben. Bild: Groß

  • Spätestens alle drei Stunden bekommen die mittelgroßen Eichhörnchenbabys Hunger und wollen von Rebecca Gläss gefüttert werden. Bild: z

  • Eichhörnchen-Babys. Bild: Dobler

Vorsichtig hebt Rebecca Gläss ein kleines Eichhörnchen aus ihrer Tiertransport-Tasche. Das fängt sofort an, an ihrem Daumen zu nuckeln. „Das ist meine dicke Diva, die hat schon wieder Hunger, dabei ist noch gar nicht Fütterungszeit“, sagt sie. Die 26-jährige Magstadterin betreibt eine private Auffangstation für Eichhörnchen-Findelkinder. Sie pflegt und päppelt die elternlosen Wildtiere in ihrer Wohnung gesund, bis sie im Alter von circa zwölf Wochen wieder ausgewildert werden können.

 

Die „Saison“ bei der Eichhörnchenhilfe Stuttgart, also die Zeit, in der hilfsbedürftige Jungtiere versorgt werden müssen, geht von März bis Oktober. In dieser Zeit bekommt ein Eichhörnchenweibchen bis zu drei Würfe mit je zwei bis fünf Jungen. Weshalb die Eichhörnchen überhaupt Hilfe brauchen? „Die Eichhörnchen sind bedroht, weil es immer weniger Lebensraum für sie gibt. Wenn Bäume gefällt werden oder das Muttertier überfahren wird, dann wird es für den Nachwuchs schnell lebensbedrohlich“, erklärt sie. „Im Schnitt überleben nur 80 Prozent der Jungtiere.“

 

 

Der komplette Artikel steht am Mittwoch in der SZ/BZ und auf www.szbz.de

 

 

Wann braucht ein Eichhörnchen Hilfe und wie?

 

 

- Wenn ein Eichhörnchen in Not gerät, dann sucht es aktiv Hilfe beim Menschen.
- Ein scheinbar verwaistes, „zutrauliches“ Eichhörnchen sollte nicht unbeobachtet liegen gelassen werden, da es für Katzen oder Raubvögel eine willkommene Beute darstellt.
- Anders als bei Vögeln oder Rehe darf man Eichhörnchen-Findelkinder anfassen, die Mutter würde es deswegen später nicht ablehnen. 
- Vorsicht vor den Zähnen: Vorsichtshalber das Eichhörnchen mit einem Handtuch oder Handschuh aufzunehmen.
- Da die meisten Eichhörnchen in Not geraten, weil ihre Mutter nicht mehr lebt oder der Kobel zerstört wurde, sollte man nach Geschwistertieren Ausschau halten und den Fundort weiträumig nach weiteren Tieren absuchen.

Erstversorgung
- Wichtig ist, den Kreislauf zu stabilisieren. Dafür müssen die Fundtiere meist gewärmt werden, unterwegs zum Beispiel in der Hand oder zuhause mittels einer Wärmeflasche. 
- Der Kreislauf hat sich stabilisiert, wenn die Unterseite der Pfötchen rosa ist und das Eichhörnchen wärmer ist, als die eigene Hand.
- Auch wenn das Tier durstig ist, nicht eigenmächtig Flüssigkeit verabreichen, sondern zuerst den Eichhörnchen-Notruf kontaktieren. Denn wird ein Tier beispielsweise sofort mit Milch oder ähnlichem gefüttert, dann kann es durch die einsetzende Verdauung noch mehr geschwächt werden, was zu Krämpfen bis hin zum Tod führen kann. Auch an zu viel Flüssigkeit können die Tiere sterben.
- Weitere Infos zur Erstversorgung gibt es unter www.eichhoernchenhilfe-stuttgart.de.

Notfallnummern
- Die Eichhörnchenhilfe Stuttgart ist unter der Notfallnummer 0 176 / 862 255 74 erreichbar.
- Hilfe gibt es außerdem beim Eichhörnchen-Notruf unter der Nummer 0 700 / 200 200 12 oder beim Eichhörnchen Schutz unter der Nummer 0 176 / 553 768 64.

 

 

Info

 

 

Die Eichhörnchenhilfe Stuttgart wurde 2012 von Fabienne Bienzle gegründet. Die Eichhörnchenhilfe dient als Netzwerk privater Auffangstationen in der Region die mittlerweile rund 300 Tiere im Jahr pflegen und anschließend auswildern. Wer Interesse hat, die Eichhörnchenhilfe Stuttgart mit Sachspenden wie Nüssen oder Filz-Kobeln, Fahrdiensten oder auch als Auffangstation zu unterstützen, findet weitere Informationen im Internet unter 
www.eichhoernchenhilfe-stuttgart.de.