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Jürgen Haar · 13.09.2018

Hermann kanzelt die Kritiker ab

Politik von oben herab: Man reibt sich die Augen, wenn man liest, dass Landtags-Korrespondenten den grünen Verkehrsminister Winfried Hermann in einer Bewertung für die Halbzeit-Bilanz auf eine Stufe mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellen. Dabei ist Winfried Hermann in der ohnehin nur durchschnittlich besetzten grün-schwarzen Landesregierung von Baden-Württemberg die größte Fehlbesetzung.

Unabhängig davon, dass Hermann nur das macht, was ihm ideologisch in den Sinn kommt, und damit die Interessen vieler Bürger ignoriert, schadet er auch bewusst dem Land. Hermann hatte vorgeschlagen, das vom Verwaltungsgericht verhängte Zwangsgeld
von 10 000 Euro wegen der Luftreinhaltung in Stuttgart einfach zu akzeptieren. Glücklicherweise hat sich das Kabinett gegen die Haltung des Verkehrsministers ausgesprochen und beschlossen, gegen den Bescheid Widerspruch einzulegen.
Aus welchem Holz Winfried Hermann geschnitzt ist, hat man in dieser Woche zum Start der Bauarbeiten für den Radschnellweg in Böblingen erlebt (die SZ/BZ berichtete am Dienstag).
Die Römerstraße tituliert er als „Nazi-Panzerpflaster“ und Kritiker des fast drei Millionen Euro teuren Radwegs zwischen Stuttgart-Rohr und Böblingen kanzelte Hermann mit den Worten ab: „Sie können Ihr Schild wegpacken. Nicht jeder, der ein Schild aufstellt, ist schon das Volk.“
Für einen, der der Partei angehört,
die eine „Politik des Gehörtwerdens“ propagiert, ist das ziemlich über-
heblich und zeigt, dass Winfried Hermann nur das gelten lässt, was er gut findet. Oder, um noch einmal aus dem Fazit der Stuttgarter Nachrichten über die Arbeit des grünen Verkehrsministers zu zitieren: „Keiner polarisiert wie er.“
juergen.haar@szbz.de