Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Mitarbeiter Georg Schramm · 05.04.2021

„Helfen statt Hamstern“: Kein Impftermin-Service mehr

Bild: Dettenmeyer

Die Sindelfinger Initiative „Helfen statt Hamstern“ beendet ihren eigenen Impftermin-Service für ältere, hilfsbedürftige Mitmenschen. Für besonders hilfs- und schutzbedürftige Sindelfinger setzen sich die Ehrenamtlichen aber weiter ein.

„Es ist unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in den vergangenen Wochen und Monaten gelungen, für zahlreiche Sindelfinger Senioren, insbesondere in der Altersgruppe der Über-80-Jährigen, erfolgreich Impftermine zu vereinbaren. Für jeden haben wir uns mit Nachdruck bemüht, einen Impftermin zu finden. Dass wir dabei in vielen Fällen den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und durch die Vermittlung eines Impftermins den älteren Menschen ein Stück mehr Lebensqualität im Pandemie-Alltag ermöglichen konnten, hat uns mit Freude und Glück erfüllt“, schreibt das Team.


Nun gelte es, sich auf die Leitidee von „Helfen statt Hamstern“ zu fokussieren: Hilfe in Corona-Zeiten für diejenigen anzubieten, die sich anderweitig kaum helfen können. Denjenigen zu helfen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. Dieser dringende Hilfsbedarf war bei der Buchung von Impfterminen gerade bei der Alterskohorte „Ü80“ offenkundig.


„So haben wir tatkräftig und engagiert inzwischen alle Anrufer über 80 Jahren von unserer Liste „abgearbeitet“ und mit Impfterminen versorgt. Mit der Öffnung der Impfberechtigung auch für jüngere Personen häuften sich bei uns allerdings zuletzt die Anrufe von Personen, die durch unsere Hotline auf eine „direkte Leitung“ ins Kreisimpfzentrum oder auf einen speziellen, privilegierten Zugriff zu Impfterminen hofften; oder bei zahlreichen anderen Hilfsangeboten (DRK, Kreisseniorenrat) anriefen, im Bestreben, durch die Beschäftigung dreier Organisationen dreifach so schnell zu einem Impftermin zu kommen. Diese Hoffnungen mussten wir enttäuschen“, so Max Reinhardt.


In den nächsten Tagen wird die restliche Liste der bislang angemeldeten Impfkandidatinnen und Impfkandidaten zwischen 70 und 80 Jahren abgearbeitet. „Wer darauf steht, bekommt einen Termin“, verspricht Max Reinhardt. „Wir hoffen, dass durch den angekündigten Start der Corona-Impfung bei den Hausarztpraxen nach Ostern es erheblich leichter sein wird, für die unter 80 Jahre alten Sindelfingerinnen und Sindelfinger an Impftermine zu gelangen. Bis dahin verweisen wir alle noch nicht geimpften Impfberechtigten, die dringenden Unterstützungsbedarf haben, an den Impfterminservice des DRK, der hierfür organisatorisch und personell gut gerüstet ist. Wir appellieren aber auch ausdrücklich an alle, die Hilfsangebote ehrenamtlich tätiger oder privater Organisationen nicht aus „Bequemlichkeit“ oder Ungeduld zu nutzen - uns sind keine Sonderzugriffsrechte, Expresszugänge oder Privilegierungen irgendwelcher Organisationen bei der Impfterminvergabe bekannt. Das schleppende Impftempo und die Defizite bei der Terminorganisation sind landes- und bundespolitische Probleme, die ehrenamtliche Helfer nicht lösen, sondern leider gleichsam den Impfberechtigten nur ertragen können.“