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08.04.2019

Guter Rat ist teuer, gutes Rad auch

Von Karlheinz Reichert

Kunde im Fachgeschäft: Guter Rat ist manchmal teuer – ein gutes Rad immer. Die Versuchung, sich ein Fahrrad im Baumarkt oder im Supermarkt zu kaufen, ist deshalb bei manchem groß. Unfair und frech zugleich ist – und das gilt nicht nur für Fahrräder –, sich im Fachgeschäft beraten zu lassen und dann im Internet zu bestellen.

Das dicke Ende kommt aber meist nach. So manches Baumarktrad, das aussieht wie ein Mountainbike, ist nämlich nicht so geländetauglich, wie es scheint. Da sind die Bremsen zu lasch oder die Felgen nicht stabil genug, um über Wurzeln und Steine zu brettern.

Manche Fachhändler sind schon vor Jahren dazu übergegangen, für die Reparatur solcher Schrotthaufen einen höheren Preis zu verlangen. Sportivo in Sindelfingen hat das nicht gemacht. Die Folge: Es kam eine Flut von Aufträgen, die die Werkstatt des Fachgeschäfts nicht bewältigen kann. Weil die Suche nach Verstärkung im Sande verlief – kein Wunder, wenn es bundesweit nur in Freiburg, Frankfurt und Berlin Berufsschulen für Fahrradmechaniker gibt – zog Sportivo nun die Reißleine. Zumindest in den nächsten zwei Monaten nimmt der Radladen für Reparatur- und Servicearbeiten keine Räder an, die woanders gekauft wurden.

Wer da beim Kauf noch glaubte, er habe ein Schnäppchen gemacht, und nicht selbst schrauben kann, der hat nun nicht einmal die Chance draufzuzahlen. Der schaut in die Röhre, sprich auf ein unnütz herumstehendes Rad im Keller. Da ist guter Rat nun wirklich teuer.

Karlheinz Reichert@szbz.de