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Matthias Staber · 16.09.2019

Großer Rummel um die „Die Fantastischen Vier“

Kreis Böblingen: Die Band feiert mit Regisseur Thomas Schwendemann im Leonberger Traumpalast-Kino die Premiere des Dokumentarfilms „Wer 4 sind“

  • GRoßer Andrang bei der Premiere von "Wer 4 sind". Bilder: Dettenmeyer

Gemeinsam mit Regisseur Thomas Schwendemann haben „Die Fantastischen Vier“ die Premiere von „Wer 4 sind“ im Leonberger Traumpalast-Kino gefeiert. Neben Medienrummel samt hektischen Interviews auf dem roten Teppich bei gleichzeitigem Stelldichein mit den Fans stand dabei die Vorführung des Dokumentarfilms in neun Kinosälen für gut 1000 Zuschauer auf dem Programm.

Der ganze Irrsinn eines inszenierten Medien-Rummels im Pop-Business: Vor allem dies lässt sich am Sonntagmittag ab 15 Uhr im und vor dem Leonberger Mulitplex-Kino Traumpalast beobachten. Folgendes steht auf dem Programm: Regisseur Thomas Schwendemann hat während der letzten zwei Jahr einen Dokumentarfilm über die Deutschrap-Band Die Fantastischen Vier namens „Wer 4 sind“ gedreht.

 

Um die Premiere dieses Films zu feiern, hat das Management der Band neun der zehn Kinosäle im Leonberger Traumpalast angemietet und die Medien eingeladen, um darüber zu berichten. Und die Medien sind gekommen: Print, Radio, Fernsehen, lokal, regional, überregional. Auch das ZDF und Arte, die den Film mitfinanziert haben, sind am Start.

 

 

Schon längst haben es sich Smudo, And. Ypsilon, Thomas D. Und Michi Beck auf einer Couch im ersten Stock des Filmpalasts bequem gemacht. Zeit wäre also genug, in aller Ruhe Interviews zu führen. Doch das Drehbuch des Managements sieht etwas anderes vor – warten. And. Ypsilon tritt vor die Tür, raucht, verteilt Autogramme an Journalisten, verschwindet wieder im Kino.

 

 

Über eine Stunde geht das so, bevor der Startschuss fällt und es hektisch wird: Die Fantastischen Vier verlassen das Gebäude über den Hinterausgang, die Fans, über 1000 werden es schließlich sein, stürmen das Gebäude, die Band umrundet den Filmpalast, fährt mit einer Limousine wieder vor den Haupteingang, inszeniert ihren Auftritt, positioniert sich hinter einer Absperrung.

 

 

Für die nächste halbe Stunde sieht das Drehbuch des Managements dies vor: Interviews mit allen anwesenden Medienvertretern im Minutentakt, gleichzeitig Meet and Greet mit den Fans, über die Lautsprecher sind die Details einer Verlosungsaktion nicht zu verstehen.

 

 

Es wird geschubst und fotografiert, in die Ecke gedrückt und für Selfies positioniert, gefragt und nicht verstanden, irgendwas geantwortet, egal, Hauptsache irgendein O-Ton landet auf Smartphone oder im Schreibblock, oder ein Foto mit den Stars auf Facebook – Fans und Medienvertreter sitzen alle im gleichen Boot, so will es diese Inszenierung.

 

 

Die Filmcrews schauen glücklich, haben sie doch geilen Trubel einfangen können, der die Relevanz der Fanta Vier auch nach 30 Jahren im Show-Geschäft zwingend nachweist. Eher etwas unglücklich schauen die Kollegen vom Print: Wie aus diesem Irrsinn einen halbwegs schlüssigen Text zimmern, ohne zum Handlanger dieses albernen Spiels zu werden?

 

 

Völlig tiefenentspannt lässt sich während all diesem inszenierten Quatsch Regisseur Thomas Schwendemann interviewen. „Mit mir will keiner reden“, sagt Schwendemann und schaut dabei keineswegs unglücklich: „Alle interviewen nur die Fanta 4.“ Zwei Jahre lang hat Schwendemann die Band begleitet – von der ersten Ideensuche zum aktuellen Album „Captain Fantastic“ bis zur dazugehörigen Promo-Tour begibt sich „Wer 4 sind“ auf Spurensuche: „Ich wollte der Quintessenz der Fanta 4 nachspüren“, so Schwendemann, „herausfinden, was es braucht, um mit so einer Band 30 Jahre lang relevant und erfolgreich zu bleiben.“

 

 

Offene Türen rennt Schwendemann damit zunächst nicht ein: „Vor allem Michi Beck war skeptisch und hatte erst mal keine Lust, sich zusätzlich zum ganzen Stress weitere Kameras in die Fresse halten zu lassen.“ Mit Material, dass Thomas Schwendemann bei einer viertägigen Jam-Session im Juli 2017 aufnimmt, überzeugt er den Skeptiker.

 

 

 

 

 

Der komplette Artikel steht am Dienstag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de

 

 

Info:

 

 

„Wer 4 sind“ ist derzeit im Böblinger Bärenkino zu sehen. Weitere
Informationen unter im Internet.