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Von unserem Redakteur Steffen Müller · 29.09.2012

Große Hoffnungsträger mit Strom und Gas

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ong>Zwischen Rekordjagd und Krise. Auf der Mondial de l’Automobile in Paris, der weltweit größten Publikumsmesse, wenn es um Autos geht, weiß im Moment niemand so recht, wo die Reise hingeht. Eines aber ist klar, Mercedes-Benz und die anderen deutschen Premium-Hersteller stehen im Vergleich mit der europäischen Konkurrenz noch gut da.

Während der PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) beim Heimspiel in Paris mit Hiobsbotschaften wie herben Absatzeinbrüchen und Werkschließungen konfrontiert ist, schlägt die europäische Absatzkrise auf die global aufgestellten Unternehmen weit weniger durch. In den vergangenen Quartalen meldeten Mercedes-Benz, BMW, Audi und Co. einen Absatzrekord nach dem anderen, auch wenn sich derzeit eine Abkühlung ankündigt. Im Vergleich zu auf Europa fokussierten Herstellern wie PSA, Opel oder auch Fiat nehmen sich die Mercedes-Meldungen von einer Produktionsdrosselung bei der auslaufenden S- und E-Klasse und einem neuen Sparprogramm deshalb noch wie Luxus-Problemchen aus – auch wenn diese Entwicklung vor allem das Werk Sindelfingen trifft. Zwar nicht in Sindelfingen gebaut, aber entwickelt wurde die neue A-Klasse – und die entwickelt sich offenbar zum Renner: „Es deutet sich an, dass wir mit der neuen A-Klasse unseren bisher erfolgreichsten Marktstart aller Zeiten haben“, sagte Dr. Dieter Zetsche, Mercedes-Chef und Daimler-Vorstandsvorsitzender, in Paris.

Ein zentrales Thema in Paris sind die Elektro-Antriebe. Zum Einen funktionieren die Stromer gerade in Metropolen wie der französischen Hauptstadt auch mit geringer Reichweite gut, zum Anderen steht in Frankreich durch die Konzentration auf Atomstrom jede Menge CO2-neutrale Energie aus der Steckdose zur Verfügung. Smart hat auf diesem Gebiet mit dem Fortwo Electric Drive und dem Smart E-Bike bereits zwei Eisen im Feuer, 2014 folgt der Elektro-Roller: „Dann decken wir die ganze Bandbreite auf zwei und vier Rädern elektrisch ab“, sagte Smart-Chefin Dr. Annette Winkler.

Während der Elektro-Smart schon auf der Straße zu sehen ist, steht die B-Klasse Electric Drive, die am Donnerstag in Paris als Konzept-Fahrzeug ihre Weltpremiere feierte, 2014 bei den Händlern. Sie wird 100 Kilowatt leisten und bei einer elektrisch begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern rund 200 Kilometer Reichweite haben. In Sachen Platz und Laderaum entspricht die rein elektrisch betriebene B-Klasse dem herkömmlich angetriebenen Modell – das gilt auch für den B200 Natural Gas Drive, der zweiten B-Klasse-Premiere in Paris. Der 156 PS starke Kompakt-Van aus Rastatt hat einen CO2-Ausstoß von 115 Gramm pro Kilometer und eine rein gasbetriebene Reichweite von 500 Kilometern. Sollte das nicht reichen, kommt der zwölf Liter fassende Benzintank für Notfälle zum Einsatz. Das Modell gibt es bereits 2013.

Während die B-Klasse einigermaßen erschwinglich und voll alltagstauglich ist, dürften das SLS AMG Coupé Electric Drive, das schnellste elektrisch angetriebene Serienfahrzeug der Welt, und der SLS AMG GT für die meisten ein unerfüllbarer Traum bleiben. Für den Standort Sindelfingen und die Marke Mercedes letztlich wichtiger ist ein Fahrzeug, das es in Paris als Design-Studie Aesthetics S nur virtuell zu sehen gab.

Dahinter versteckt sich die neue S-Klasse, die ab 2013 in den Handel kommt, nach wie vor in Sindelfingen produziert werden wird und dann auch wieder einen Mehrschichtbetrieb garantiert: „2013 ist das S-Klasse-Jahr“, sagte Dieter Zetsche mit Blick auf das wichtige Oberklasse-Modell. Nicht so lange warten müssen die Kunden auf den CLS Shooting Brake, der allenthalben Begeisterung auslöst und nach der Presse-Vorstellung (die SZ/BZ berichtete) an der Seine erstmals dem Publikum vorgestellt wird.

Die rein elektrisch angetriebene B-Klasse von Mercedes-Benz soll 2014 zu den Händlern kommen. Bild: z