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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 14.03.2018

Goldschatz schafft Zwietracht

Böblingen: Bärbl Kehrers Theaterensemble Lichtblick präsentiert „Graf Balduin, der edle Spender“

Mit „Graf Balduin, der edle Spender“ von Hilke Müller präsentiert die 2012 von Bärbl Kehrer gegründete Amateurbühne „Theaterensemble Lichtblick“ im Böblinger Martin-Luther-Gemeindehaus ihre erste Produktion. In dem satirischen Theaterstück verursacht ein Goldschatz Zwietracht in einer Kirchengemeinde.

„Früher hatten wir niemals Streit“, wundert sich die von Sylvia Schlegel gespielte Frau des Pfarrers: „Wir saßen und arbeiteten zusammen, hatten Spaß, haben uns gegenseitig ermuntert.“ Doch seit die Mitarbeiter der Kirchengemeinde (Marita Mack, Dorit Hornstein, Eugenia Carambola, Sylvia Sautter, Joachim Mack) in der Gruft von Graf Balduin einen Goldschatz entdeckt haben, ist alles anders.

Nicht zuletzt das Verschwinden des Schatzes verursacht einige Turbulenzen und bringt die skurrilen Figuren des Stücks gegeneinander auf, vom Praktikant mit künstlerischen Ambitionen bis zur praktizierenden Feministin. Zwischen Unfrieden und Streit auf der einen und Vergebung und Zusammenhalt auf der anderen Seite bewegt sich die Grundstimmung des Stücks.

Im Jahr 2012 gegründet, probt das „Theaterensemble Lichtblick“ derzeit in den Räumlichkeiten des Böblinger Kulturnetzwerks Blaues Haus. Als Leiterin des Amateurensembles fungiert Bärbl Kehrer, langjährige Mitarbeiterin der ehemaligen Leiterin der Böblinger Kunstschule, Hildegard Plattner. Als Verantwortliche für Maske und Kostüme, dann als Produktionsassistentin und schließlich als stellvertretende Leiterin des Kinder- und Jugendensembles lernte Bärbel  Schäfer  an  der  Theaterabteilung der Kunstschule das theaterpädagogische Handwerk in der Praxis.

Parallel dazu ließ sich Bärbl Kehrer (Bild: Staber) theoretisch weiterbilden: In den Jahren 2011 bis 2017 erfolgte an der Theaterwerkstatt Heidelberg die Ausbildung zur Theaterpädagogin, bei der Landesarbeitsgemeinschaft Theaterpädagogik in Reutlingen in Regie und Dramaturgie. 2017 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit: Unter dem Namen „Kulturenmühle“ mit Sitz in Schönaich vereinigt Bärbl Kehrer verschiedene theaterpädagogische und integrative Angebote, vom Workshop bis zum „Sprachunterstützungskurs Integration“.

Zu den Kunden der Theaterpädagogin zählen nicht nur Schulen und Bildungseinrichtungen, sondern auch Privatpersonen. Auch das Thema Nachhaltigkeit findet sich unter den pädagogischen Konzepten von Bärbl Kehrer: Im Juli steigt in Esslingen „Global Activity“, ein überregionales Projekt des Landes Baden-Württemberg, an dem unter anderem auch das Böblinger Otto-Hahn-Gymnasium beteiligt ist.

Mit „Graf Balduin, der edle Spender“ präsentiert sich die Kulturenmühle mit der ersten öffentlich aufgeführten Produktion. „Dass die Aufführung in der Martin-Luther-Gemeinde stattfindet, ist kein Zufall“, sagt Bärbl Schäfer: „Denn das grundlegende Thema ist das Verhältnis von Kirche und Kunst.“ Und mit dem Grundtenor von Streit und Missgunst, die durch Vergebung überwunden werden, sind in dem satirischen Stück christliche Themen angeschnitten.

Derzeit handelt es sich bei der Kulturenmühle noch um einen Ein-Frau-Betrieb: Von der Konzeptionierung der Angebote über die Formulierung und Einreichung von Förderanträgen bis hin zur Buchhaltung stemmt Bärbl Kehrer die komplette Arbeit in Eigenregie. „Mein Ziel ist aber mittelfristig die Vergrößerung der Kulturenmühle“, sagt Bärbl Kehrer.

Info

„Graf Balduin, der edle Spender ist am 16., 17., 18., 23. und 24. März im Böblinger Martin-Luther-Gemeindehaus zu sehen, freitags und samstags um 20 Uhr, sonntags um 19 Uhr. Weitere Informationen unter www.kulturenmuehle.de im Internet.

Eine Szene aus „Graf Balduin, der edle Spender“ mit (von links) Marita Mack, Sylvia Schlegel und Joachim Mack. Bild: Staber