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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 12.01.2018

Glock und Holzwarth für mehr Wohnungsbau

Magstadt: Bei der zweiten Kandidatenvorstellung für die Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag präsentieren sich vier der sechs Bewerber vor 500 Besuchern in der Festhalle

Auch bei der zweiten offiziellen Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl war das Interesse groß: 500 Magstadter kamen am Mittwochabend in die Festhalle, wo sich Margit Holzwarth, Florian Glock, Friedhild Miller und Sylvia Erlemann präsentierten.

Gewählt wird in Magstadt am kommenden Sonntag. Die erneute Kandidatenvorstellung war notwendig geworden, da es mit Sylvia Erlemann für den zweiten Wahlgang eine neue Bewerberin gab.

Margit Holzwarth, die im Dezember beim ersten Wahlgang 18,6 Prozent der Stimmen erhalten hatte (die SZ/BZ berichtete), sagte, sie sehe für sich „eine echte Chance“. Andrea Garschke, Anne-Susan Nakonz, Andreas Kindler und Steffen Koch treten zum zweiten Wahlgang nicht mehr an und empfehlen den Magstadtern die Wahl Holzwarths.

Die 53-Jährige versicherte am Mittwochabend, sie verstehe das Amt nicht als berufliches Sprungbrett, sondern stehe im Falle ihrer Wahl für 16 Jahre zur Verfügung.

Beim Wohnungsbau, sagte Holzwarth am Mittwochabend, sei der Handlungsbedarf enorm. Nach ihrer Ansicht reiche die im Flächennutzungsplan vorgesehene Fläche Seele/Metzlesbach deshalb nicht aus. Gemeindeeigene Bauplätze sollten vorrangig an Magstadter vergeben werden. Der strukturell dickste Brocken sei die Belebung des Ortskerns. Sie denke hier an Zuschüsse für neue Geschäfte. Einen Discounter will sie am S-Bahn-Haltepunkt hinter der Bahnlinie ansiedeln.

Entgegen den derzeitigen Gemeinderatsbeschlüssen und Rechtsgrundlagen will Margit Holzwarth die Ihinger Straße und die Hölzertalstraße offen lassen. Wenn man Verkehrsverstöße im Ort konsequent ahnde, bekomme man auch den Durchgangsverkehr raus.

Zum Thema Hölzertalstraße oder Osttangente sagte sie, die Sanierung der Hölzertalstraße sei günstiger als der Neubau der Osttangente. Deshalb sei sie für die Sanierung. Genaueres müsse aber ein Gutachten ergeben.

Auch Florian Glock will das Angebot an Wohnungen und Bauplätzen erhöhen: „Ich werde nicht müde werden, auf Wachstum zu setzen.“ Weshalb er Magstadter bei der Zuteilung von Bauplätzen bevorzugen würde, erläuterte er so: „Ein Feuerwehrmann, der im Ort wohnt, ist viel schneller am Einsatzort als einer, der erst von außerhalb herfahren muss.“

Im Gemeinderat will er zumindest versuchen, die Gräben zuzuschütten, und so die Magstadter wieder zusammenführen: „Dass Magstadt gespalten ist – das muss besser werden.“ Wenn er den Bürgern mal nicht helfen könne, dann wolle er dafür wenigstens gute Argumente liefern.

Bereits in seiner Rede, wie auch auf Nachfrage, erklärte Glock, dass er die volle Amtsperiode oder länger im Magstadter Rathaus arbeiten wolle: „Ich bleibe mindestens 8 Jahre.“ Zu seiner FDP-Mitgliedschaft sagte er: „Auf kommunaler Ebene ist Sachpolitik wichtiger als Parteipolitik.“

Die Sindelfingerin Friedhild Miller räumte ein, dass sie sich derzeit in über 20 Kommunen um den Spitzenplatz im Rathaus bewirbt. Holzwarth und Glock griff sie verbal an, benutzte die Fäkalsprache und duzte einen Fragesteller.

Sylvia Erlemann aus Wetter an der Ruhr sagte zu ihren Bürgermeisterambitionen, sie sei – als Mutter von vier Kindern – in der Berufsfindungsphase. Sie sei nur hier, um ihre Bekannte Friedhild Miller zu unterstützen. Während ihres Vortrages verließen einige Zuhörer den Saal.

In einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag bekräftigten Andrea Garschke, Anne-Susan Nakonz, Andreas Kindler und Steffen Koch, dass sie Margit Holzwarth unterstützen, denn nur mit ihr werde die Magstadter Rathauspolitik transparenter. Koch unterstellte Glock, er würde lügen, wenn er behaupte, er bleibe eine ganze Amtsperiode da. Er selbst, so Koch, und Holzwarth „sind wie Feuer und Wasser“. Aber es gehe jetzt nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um die Zukunft Magstadts.

Margit Holzwarth sieht Florian Glock nicht als Favoriten für den Bürgermeistersessel an, obwohl er im ersten Wahlgang über 43 Prozent der Stimmen erhalten hat: „55 Prozent haben ihn nicht gewählt.“

Karlheinz Reichert hat den Bürgermeisterwahlkampf verfolgt und hofft, dass am 14. Januar viele Magstadter von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

Mit 500 Besuchern war die Magstadter Festhalle auch bei der zweiten offiziellen Kandidatenvorstellung zur Bürgermeisterwahl gut besetzt. Bilder: Reichert

Dieses Kandidatenquartett präsentierte sich bei der zweiten Vorstellungsrunde (von links): Margit Holzwarth, Florian Glock, Friedhild Miller und Sylvia Erlemann. Nicht anwesend waren die beiden weiteren Bewerber Boris Hellmuth und Christian Badocha.