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Von Chefredakteur Jürgen Haar · 24.06.2016

GHV kämpft mit den Finanzen

Sindelfingen: Verein rechnet auch für dieses Jahr mit einem Defizit

Viel gemacht, einiges erreicht und doch stehen dem Gewerbe- und Handelsverein Sindelfingen (GHV) in den nächsten Monaten Diskussionen ins Haus. Der Verein verzeichnet ein Defizit und muss deshalb möglicherweise den Mitgliedsbeitrag erhöhen.

Als „Sprachrohr der Gewerbetreibenden“ in Sindelfingen werde der GHV deutlich wahrgenommen, sagte der Vorsitzende Hermann Ayasse bei der Mitgliederversammlung. Dabei müsse man aber auch mal „mit dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung streiten“. Neben Veranstaltungen wie dem Modeball, Netzwerk-Treffen wie den Business-Frühstücken oder der Mitarbeit bei City-Marketing, kümmert sich der GHV um die Zukunft des Wochenmarkts oder verhandelt im Namen der Handwerker über die Jahresvergaben der Stadt. „Ein strammes Programm“, so Hermann Ayasse (Bild: Stampe/A).

Die Mitgliederzahl ist leicht auf 120 gestiegen, dennoch plagen den GHV finanzielle Sorgen. 2015 hat man mit einem Minus von rund 7000 Euro abgeschlossen und auch für das laufende Jahr prognostiziert Schatzmeister Linhard Bauer im Wirtschaftsplan einen ähnlichen Fehlbetrag wie im letzten Jahr.

Für Jürgen Ehlen, den neuen Manager des Stern-Centers, ist das „ein alarmierendes Zeichen“. Aus seiner Sicht müsse man jetzt in die Diskussion einsteigen, um so schnell wie möglich wieder schwarze Zahlen zu schreiben. „Wir hatten das Problem ja schon im letzten Jahr“, so Ehlen. Eine Beitragserhöhung allein, wie von Hermann Ayasse für das kommende Jahr ins Spiel gebracht, werde nicht reichen. Ehlen denkt ans Sparen und stellt dabei unter anderem den finanziellen Beitrag für City-Marketing zur Diskussion.

Neben den Finanzen wird der GHV in diesem und im nächsten Jahr wieder Innenstadt-Themen diskutieren. Neben der Sanierung der Tiefgarage und den damit verbundenen Baumaßnahmen rund um den Marktplatz muss der Verein auch den Wochenmarkt im Blick haben, sagte der scheidende Sprecher der Marktbeschicker, Willi Wolf. Der Wochenmarkt ist ein Zugpferd für die Sindelfinger Innenstadt, doch die Gruppe der Markthändler schrumpft und deshalb will der GHV Impulse geben. So sollen die Marktbeschicker in die Fachgruppe Handel integriert werden. Dazu muss bei der nächsten Mitgliederversammlung die Satzung geändert werden.

Ein Plus für die Innenstadt sind auch die Veranstaltungen, wie zum Beispiel „Sindelfingen rockt“ auf dem Marktplatz, sagte die scheidende Sprecherin Carola Klein. Um neue Kunden zu gewinnen, sind die verkaufsoffenen Sonntage ein erfolgreiches Instrument, so Carola Klein. Die Einzelhändlerin aus der Planie sprach sich dabei grundsätzlich für gesamtstädtische, verkaufsoffene Sonntage aus. „Entweder Sindelfinger hat auf oder zu“, sagte die Mode-Fachfrau in der Diskussion über den dritten offenen Verkaufssonntag in diesem Jahr (siehe auch Seite 9).

Mit neuen Vorstandsmitgliedern, aber mit dem bisherigen Vorsitzenden geht der GHV Sindelfingen in die kommenden beiden Jahre. In geheimer Wahl wurde Hermann Ayasse bei zwei Gegenstimmen, einer Enthaltung und fünf ungültigen Stimmen erneut zum Vorsitzenden gewählt. Einstimmig bestätigte die Mitgliederversammlung seinen Stellvertreter Oliver Schnurr im Amt, ebenso wie Schriftführer Thomas Heil und Schatzmeister Linhard Bauer.

Nachfolger von Heike Fräßdorf für den Bereich Presse und Kommunikation wird Joachim Graupner. Bestätigt hat die Mitgliederversammlung die Besetzung der fünf Beiräte. Die Fachgruppen-Sprecher sind Henning Mezger (Handel), Horst Rathgeber (Handwerk), Dr. Bernd Schmalenbach (freie Berufe), Peter Kramer (Hotellerie und Gastronomie) sowie Rainer Klein (Wochenmarkt).

Nach langjähriger Vorstandstätigkeit wurden Heike Fräßdorf sowie die Fachgruppen-Sprecher Joachim Klenk (freie Berufe), Carola Klein (Handel) und Willi Wolf (Wochenmarkt) für ihr Engagement im GHV geehrt.