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Von unserer Mitarbeiterin Annette Nüßle · 12.03.2018

Gegenwind für die US-Armee

Böblingen: Supermarkt-Pläne stoßen im Ausschuss auf Kritik

Der geplante Bau eines Lebensmittelmarkts in der Panzerkaserne (die SZ/BZ berichtete) stößt auch im Böblinger Ausschuss für Technik, Umwelt und Straßenverkehr auf breite Kritik. Die Räte bemängelten die späte Information zu den Plänen und forderten den Gemeinderat dazu auf, einen Widerspruch beim Bundesverteidigungsministerium einzulegen.

Helmut Kurtz (FDP) gab zu bedenken, dass sich durch die erweiterten Einkaufsmöglichkeiten die „Mitglieder der Gaststreitkräfte“ noch schlechter integrierten, und stellte die Frage, ob die Errichtung eines Lebensmittelmarkts als militärische Einrichtung gelte und somit unter die speziellen Regelungen falle. Bürgermeisterin Christine Kraayvanger erläuterte, dass alle Einrichtungen der Gaststreitkräfte, ganz gleich ob direkter militärischer Natur oder Einrichtungen im Umfeld, nicht vonseiten der Stadt genehmigungspflichtig sind und alles über das Bundesministerium für Verteidigung laufe.

Der geplante Markt umfasse eine Verkaufsfläche von rund 3500 Quadratmetern, so Christine Kraayvanger. Zum Vergleich erläuterte sie, dass der neue Markt in Dagersheim eine Fläche von rund 1500 Quadratmetern habe. Gebaut werden soll der neue Markt im hinteren Teil des Kasernengeländes.

Die Frage des künftigen Oberbürgermeisters Dr. Stefan Belz (Die Grünen), ob im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen auch ein Lärmgutachten erstellt wurde, verneinte Christof Hemminger vom Staatlichen Hochbauamt Reutlingen. Die mit dieser Baumaßnahme betraute Behörde habe bisher noch nichts unternommen. Der Wegfall der Waldfläche werde durch Ausgleichsmaßnahmen, wie beispielsweise Umsiedlung von Nist- und Fledermauskästen und Baumpflanzungen andernorts erreicht.

Den größten Diskussionsbedarf sahen die Mitglieder, ähnlich wie das Landratsamt Böblingen (die SZ/BZ berichtete), im erhöhten Verkehrsaufkommen. Ideen, wie beispielsweise von Ralf Sklarski (Freie Wähler) ein weiterer Zugang ins Kasernengelände, seien grundsätzlich schwierig umzusetzen, sagte Christof Hemminger. Einen weiteren Zugang würde die Army als zusätzliches Risiko betrachten.

Abschließend einigten sich die Mitglieder des Ausschusses darauf, dass keine Zustimmung zu einem Lebensmittelmarkt erfolgen könne, solange kein leistungsfähiger Ausbau der Verkehrswege möglich sei und keine Untersuchung über die Lärmbelastung vorliege. Eine Erteilung einer Baugenehmigung ist grundsätzlich nicht notwendig, aber man empfehle dem Gemeinderat einen Widerspruch.