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Peter Maier · 22.10.2019

Fußball: Hetzjagd auf den Schiedsrichter

blaulicht

Mergim Dobruna von Isa Boletini drohte Schiedsrichter Darko Milakovic. Nach der Fußball-Partie in Deufringen lief alles aus dem Ruder. Der Stürmer des KFIB Sindelfingen hatte es eine Viertelstunde vor Abpfiff bereits angekündigt. „Warte, bis das Spiel vorbei ist“, sagte er auf Albanisch. Dann, als Schiedsrichter Darko Milakovic nach 90 Minuten abpfiff, geriet der 4:2-Sieg des FSV Deufringen gegen die Sindelfinger schnell zur Nebensache – und das Spiel taucht jetzt im Polizeibericht auf (die SZ/BZ berichtete).


Mit nacktem Oberkörper baute sich Mergim Dobruna vor dem Unparteiischen auf. Seinen Mitspielern fiel es schwer, ihn zu beruhigen. Doch es war nicht nur der Stürmer, der dem Schiri an den Kragen wollte. Innerhalb von Sekunden entstand eine Hetzjagd, bei der auch die mitgereisten albanischen Zuschauer auf das Spielfeld stürmten.


Schiedsrichter Darko Milakovic bekam Tritte ab, rannte über den Platz und wurde schließlich von den Deufringer Ordnern sicher hinter den Zaun geführt, wo die Verantwortlichen vor der Metalltür patrouillierten. Der Deufringer Abteilungsleiter Harald Gammerdinger musste fassungslos die Polizei verständigen.


Was war geschehen? Nach Ansicht von Albert Marki, dem Vorstandsvorsitzenden von KF Isa Boletini Sindelfingen, fühlte sich die Mannschaft von Trainer Bashkim Maliqi von der ersten Minute an vom Schiedsrichter benachteiligt. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir haben uns in manchen Szenen beschwert, aber das war nie beleidigend. Trotzdem hat er uns ständig ermahnt“, sagte Albert Marki. „Entweder war er Serbe oder Kroate. Er hatte ein Problem mit Albanern, anders kann ich mir das nicht erklären“, so Marki.


Laut Nico Bühler, dem Spielleiter des FSV Deufringen, hatte sich die Situation beim Eintreffen der acht Polizisten bereits einigermaßen beruhigt. „Die Beamten haben den Schiedsrichter dann am Zaun abgeholt und ihn in die Kabine gebracht“, so Bühler. Von einigen Sindelfinger Spielern wurden zudem die Personalien aufgenommen. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 0 70 31/697-0 zu melden.


Der gesamte Artikel steht am Mittwoch in der SZ/BZ.