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Von unserer Mitarbeiterin 
Katja Sturm · 13.09.2019

Für Kim Bui geht ein Traum in Erfüllung

Turnen: Die Ehningerin ist bei der Heim-Weltmeisterschaft in Stuttgart dabei

Richtig geglaubt hat Kim Bui die Nachricht erst, als sie sie schwarz auf weiß vor sich sah. Als sie ihren Namen auf der Liste der Kunstturnerinnen las, die Bundestrainerin Ulla Koch für die Heim-Weltmeisterschaften vom 4. bis 13. Oktober in Stuttgart vorgeschlagen hatte. Bei der Abstimmung, die noch nötig war, um das Papier abzusegnen, hielt sich die Aktivensprecherin des Deutschen Turner-Bundes (DTB) zurück. „Ich wäre stimmberechtigt gewesen“, erklärte die Ehningerin bei der öffentlichen Bekanntgabe der Riege im Kunstturnforum der Landeshauptstadt. Sie hätte eine Beteiligung nicht als richtig empfunden.

Ein Traum geht für Bui in Erfüllung, den sie hegte, seit sie vor vier Jahren mit der deutschen Delegation nach Melbourne gereist war, um beim Weltturnverband dafür zu werben, die Welttitelkämpfe nach 1989 und 2007 zum dritten Mal nach Stuttgart zu vergeben. Dass die 30-Jährige bei diesen nun an die Geräte gehen darf, „macht mich super happy“. Und es schließt einen Kreis, der seinen Anfang vor zwölf Jahren nahm.


Damals war die in Stuttgart trainierende Bui Ersatzturnerin bei der Heim-WM gewesen und erlebte so hautnah die großartige Stimmung während der Wettkämpfe in der Schleyer-Halle mit. Trotzdem hatte sich seitdem tiefe Enttäuschung bei ihr eingenistet, denn zu gerne hätte sie selbst die vielen heimischen Fans mit starken Auftritten zum Toben gebracht. „Gefühlt habe ich seitdem auf diese Nominierung gewartet“, sagt Bui. Entsprechend kamen die Erlebnisse der Vergangenheit zuletzt wieder hoch. Als sie ihrer Sache sicher sein durfte, „war das sehr emotional“.


Als Teamseniorin wird sie nun die Fünfer-Mannschaft führen. Koch hatte ihrer dienstältesten Athletin kürzlich ein T-Shirt geschenkt, auf dem „20 Jahre Bundeskader“ stand. So lange schon ist die deutsche Meisterin am Boden in nationalen Auswahlen dabei. Ein Karriereende ist noch nicht abzusehen. „Es macht mir weiterhin großen Spaß“, und solange die Gesundheit mitzieht, gibt es für die Europameisterschaftsdritte von 2011 keinen Grund, die Barrenriemchen an den Nagel zu hängen. Auch nicht aus beruflicher Sicht, denn an ihrer Masterarbeit in Technischer Biologie feilt die Studentin noch. Und wenn in drei Wochen in Stuttgart alles glattgeht und sich das DTB-Team unter den besten zwölf Nationen platziert, sind auch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio für Bui greifbar nahe.