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Von unserer Redakteurin Carmen Weiss · 22.01.2010

Für die Umwelt und den Geldbeutel

Sindelfingen: Bei der 30. "Haus und Energie" in der Messehalle dreht sich vieles ums Sparen

Um erneuerbare Energien kommen Hauseigentümer, die ihr Eigenheim sanieren wollen, nicht mehr herum. Gesetze regeln, wie Wärme und Warmwasser erzeugt und Häuser gedämmt werden müssen. Auf der "Haus und Energie" in der Sindelfinger Messehalle informieren 166 Aussteller zum Thema.

 

"Wir haben ein Haus und ein Grundstück. Da gibt es immer was zu tun - vom Dach bis zum Keller", sagt Ingeborg Hausmann. Die Holzgerlingerin ist mit ihrem Mann auf der 30. "Haus und Energie" unterwegs. Im kommenden Jahr ist die Heizungsanlage fällig. "Wir sehen uns um, was es Neues gibt und wie unsere Möglichkeiten aussehen", so die Hauseigentümerin.

 

Alte Häuser nach neuen energetischen Standards fit machen steht im Vordergrund der Messe. Es geht immer weniger ums neue Eigenheim. "In Zukunft werden wir uns mehr auf den Bestand konzentrieren müssen, da Neubaugebiete längst nicht mehr wie Pilze aus dem Boden wachsen", sagt Sindelfingens Baubürgermeister Johannes Mescher. Doch gerade die Häuser mit Jahrgang 1978 und älter sind regelrechte Energieschleudern. "Sie machen rund 90 Prozent der Kohlenstoffdioxid-Emission im Gebäudesektor aus", sagt der Ministerialdirektor Bernhard Bauer vom Umweltministerium Baden-Württemberg.

 

Hilfe im Gesetzes-Dschungel

 

Als die "Haus und Energie" vor 29 Jahren zum ersten Mal stattfand, war man sich dieser Auswirkungen längst nicht so bewusst. "Zwar haben wir auch da schon Aussteller zum Thema regenerative Energien gehabt. Doch die traditionellen Öl- und Gas-Heizungen standen im Vordergrund", sagt Messe-Geschäftsführer Ralph-Michael Hohenstein. Vier bis fünf Zentimeter Wärmedämmung waren damals die Regel. Heute sind die Styropor-Einlagen bis zu 30 Zentimeter dick. "Da hätte man damals gelacht", sagt der Geschäftsführer.

 

Das liegt zu einem großen Teil auch an den neuen Gesetzen. Wenn sich Menschen wie die Hausmanns für eine neue Heizungsanlage entscheiden, müssen sie zehn Prozent des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien decken. Das besagt das Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg. Wer sich im Gesetzes-Dschungel nicht auskennt, kann sich auf der Messe von der Energieagentur des Landkreises und dem Energieportal Böblingen beraten lassen oder einen der Vorträge besuchen. "Wir erstellen ein Sanierungskonzept und sagen den Eigentümern, was möglich und was notwendig ist", sagt Alf-Dieter Beetz vom Energieportal Böblingen.

 

Vom Whirlpool bis zur Küche

 

Auf der Messe gibt es vom Energieportal die ersten Informationen. Wer möchte, kann sich einen Berater nach Hause bestellen. Der Energiespar-Check des Landes für ein Einfamilienhaus kostet rund 200 Euro, 50 Prozent davon übernimmt das Land. Für eine Vor-Ort-Beratung mit komplettem Sanierungskonzept zahlt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einen Zuschuss von 350 bis 400 Euro. Der Eigentümer legt nochmal so viel drauf.

 

Das Konzept zeigt auch auf, wann sich die Pelletheizung, das eigene Blockheizkraftwerk oder die Solaranlage amortisiert. "Hauseigentümer wollen sparen - sowohl Geld, als auch Energie", sagt Ralph-Michael Hohenstein. Zwar schrecken viele vor den ersten Kosten zurück. Doch auf lange Sicht rechne sich eine Sanierung immer, so der Geschäftsführer.

 

Rund 166 Aussteller informieren die Messe-Gänger bis zum Sonntagabend. Unter ihnen sind nicht nur Vertreter von Pellet-Heizsystemen oder Solaranlagen. Auch Küchen, Böden, Wintergärten, aufblasbare Whirlpools, Treppen und Kuriositäten - wie der Algenkiller fürs Dach und Stifte für professionelle Bauzeichnungen - kann man sich in der Messehalle anschauen.

 

Die "Haus und Energie" hat am heutigen Freitag, 22. Januar, am Samstag, 23. Januar und am Sonntag, 24. Januar, von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf der Seite www.haus-energie-messe.de im Internet.

 

Auf der Messe "Haus und Energie" in Sindelfingen informieren sich Hausbesitzer, wie sie ihr Eigenheim sanieren und dabei die Umwelt schonen können. Bild: Weiss