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Von unserer Mitarbeiterin Rebekka Schütz · 05.01.2017

Fünf, sechs, sieben und Beinsalat

Holzgerlingen: Die jüngste Leistungsgruppe der Jazz Dance Workout Tanzschule darf zu den deutschen Meisterschaften

„Fünf, sechs, sieben und los.“ Durch die geschlossene Tür des Tanzsaals ist die Stimme von Trainerin Marleen Friedrich-Hennes zu hören. Im Takt dazu wummern mitreißende Jazz-Rhythmen. Die neun- bis zwölfjährigen Mädchen der Leistungsgruppe der Jazz Dance Workout Tanzschule aus Holzgerlingen sind mitten in ihrer Technikstunde. Auf „Los“ nehmen die elf Mädchen nacheinander Anlauf. Im Wechsel springen sie mit seitlich gestreckten Armen und Beinen hoch in die Luft. In der großen Spiegelwand überprüfen sie ihre Haltung.

Bei den zweiten Landesmeisterschaften „Jugend tanzt“ in Münsingen traten zuletzt drei Leistungsgruppen der Jazz Dance Workout Tanzschule aus Holzgerlingen an. Von insgesamt 31 Gruppen verschiedenen Alters belegten alle drei Holzgerlinger Leistungsgruppen einen ersten Platz in ihrer jeweiligen Alterskategorie. Die jüngste Gruppe mit Mädchen im Alter von neun bis zwölf Jahren darf sogar zu den deutschen Meisterschaften im nächsten Jahr nach Paderborn fahren.

„Die Mädchen waren so motiviert vor dem Wettkampf“, sagt Choreografie-Trainerin Solveig Hennes, Tochter von Marleen Friedrich-Hennes. „Sie haben das bei den Landesmeisterschaften in Münsingen gezeigt wie noch nie.“ Viele der Mädchen sind schon lange dabei. „Ich tanze, seit ich vier Jahre alt bin“, sagt die mittlerweile elfjährige Jette Marie Kleine-Westhoff. „Ich habe damals Fotos von Tänzerinnen gesehen und wollte das auch machen.“

Bei den deutschen Meisterschaften in Paderborn wird die Leistungsgruppe ihre Choreografie vom vergangenen Wettkampf noch einmal durchtanzen. Kein Grund für ihre Trainerin Solveig Hennes, die Füße hochzulegen. Denn gerade die Füße bereiten oft das größte Problem. Genauer: die nicht gestreckten Füße. Es gibt immer etwas zu verbessern, immer etwas an der Haltung zu korrigieren. „An der Stelle habt ihr noch Beinsalat. Ihr müsst schön auf die Musik hören, die sagt euch, wann was drankommt“, ruft die Trainerin den Mädchen zu.

Nach der Technikstunde ist die Choreografie-Stunde an der Reihe. Hier feilt die 29-jährige Solveig Hennes zusammen mit den Mädchen an der selbst entworfenen Choreografie. Schließlich können sie den Tanz vom vergangenen Wettkampf um bis zu 20 Prozent verändern. „Wir wollen noch eine Nuance draufsetzen und uns im Schwierigkeitsgrad steigern“, sagt Marleen Friedrich-Hennes.

Solveig Hennes, die selbst seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt, unterrichtet seit zehn Jahren an der Tanzschule ihrer Mutter. „Ich war im Tanzraum bei meiner Mutter immer dabei, und kam dann aus freien Stücken selbst zum Tanzen“, sagt die 29-jährige Teilzeit-Tanzpädagogin. Die Leidenschaft für den Tanz ist ihr auch während des Unterrichts anzumerken. Sie kniet auf dem Boden und gibt den Mädchen den Takt vor. Zwischendurch feuert sie die jungen Tänzerinnen an und gibt Tipps. Doch es hält sie nicht lange auf dem Boden. Daher tanzt die Trainerin ihnen ihre Verbesserungsvorschläge vor.

Immer wieder machen die Mädchen eine kurze Trinkpause. Das nutzt Solveig Hennes, um mit ihnen ihren letzten Wettkampfauftritt zu besprechen. „Generell seid ihr sehr synchron gewesen“, lobt sie die Gruppe. Den Punktabzug habe es wahrscheinlich gegeben, weil ihre Füße nicht immer gestreckt gewesen wären. „Ihr müsst in eurem Körper sein. Nicht nur im Kopf, sondern bis in die Zehen- und Fingerspitzen“, sagt Hennes.

Während der Stunde gibt es viel Neues zu üben. Das ist nicht immer ganz einfach, weiß auch Marleen Friedrich-Hennes. „Wenn man eine neue Armbewegung einbaut, wollen die Füße plötzlich nicht mehr. Das ist eine große Koordinationssache.“ Nach einigen Durchläufen und gezieltem Üben klappt das neue Element aber schon besser und der „Beinsalat“ ist gegessen.

Training macht die jungen Meisterinnen: (von links) Katharina Hold, Lisa Sprengel, Jette Marie Kleine-Westhoff, Nele Otterbach, Romy Naumann, Lina Geisler, Elena Lutze, Lea Lesch, Celine Busch und Emilia Hirsch. Anique Hurst, Leonie Pietruschka und Megan Tabe sind sonst auch mit von der Partie. Bild: Schütz