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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 08.06.2015

Farben-Schauspiel und Kreiselkunst

Weil der Stadt: Viele Besucher und volle Gassen beim 30. Kunsthandwerkermarkt mit 84 Ausstellern und dem verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt

Es war fachmännische Schmiedekunst und handwerkliche Holzbearbeitung zu sehen beim 30. Kunsthandwerkermarkt zwischen dem katholischen Gemeindehaus und der Stadtmauer beim Kino in Weil der Stadt. Zwei Tage waren die Kunstwerke in Weil der Stadt zu besichtigen. Am Sonntag öffneten auch die Weil der Städter Geschäfte. Auf dem Markt gab es auch Neuheiten: kunstvolle Halsketten mit Papierkugeln und Zauberburgen, die sich innerhalb von Sekunden zurück in Holzscheite verwandeln.

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Das war nicht das einzig Neue auf dem 30. Kunsthandwerkermarkt, der in diesem Jahr 84 Aussteller zählte: In aller Stille ging die Organisation der Veranstaltung von Wolfgang Latt auf Thomas Hahn-Klinger über. Für Thomas Hahn-Klinger ist der Kunsthandwerkermarkt nicht neu, gehört er doch seit vielen Jahren mit seiner Kinderwerkstatt dazu.

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Für die Kinder zwischen drei und zwölf Jahren und für interessierte Erwachsene gab es fünf Werkstätten: malen auf Tisch oder Staffelei, Bilder mit der Hand betriebenen Malmaschine, Raketenbau mit Landeplatz, Specksteinarbeiten und malen mit Pflanzenfarben. Die Calwer Emil-Molt-Schule erweiterte das Spielangebot mit einem Armbrustschießen.

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In der Wendelinskapelle wurden Camera Obscura-Arbeiten des Stuttgarter Künstlers Przemek Zajfert ausgestellt. Wer wollte, konnte sich die Lochkamera genau sehen. Dabei geht es um eine Kamera, die aus einer Filmdose besteht. Auf einer Seite hat die Dose ein kleines Loch, durch das Licht einfällt. Auf der anderen Seite liegt ein Stück Fotopapier. Mit diesen Kameras ist auch ein Mosaik mit 750 Bildern für das Sindelfinger Stadtjubiläum 2013 entstanden.

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„Ich trage gerne Halsketten mit großen Kugeln. Aus Metall waren die aber schwer und haben bei mir, wenn ich schwitzen musste, eine Allergie ausgelöst“, erzählt Manuela Pflug an ihrem Stand auf dem Markt. Dann entdeckte sie für sich die Technik, Kugeln für Ketten aus farbigen gemusterten Papieren herzustellen. Ihr Mann Thomas bohrt die Löcher in die Kugeln. Die Ketten sind federleicht.

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Udo Bögelsack hat sich auf die Herstellung von Damentaschen in allen Größen und für alle Anlässe spezialisiert. Mehr als hundert Taschen zeigte er an seinem Stand, jede handgefertigt und jede ein Unikat. Wer dabei nichts findet, dem bietet der Künstler an, eine Tasche nach Maß zu fertigen. Herstellungszeit je nach Auftragslage zwischen drei Wochen und vier Monaten. Mit vielen zusätzlichen Accessoires kann die Tasche aber schon mal 500 Euro kosten.

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Aus Wurzelholz, aus Eibe, aber auch aus exotischen Hölzern fertigt der gelernte Tischler Klaus Kralovec Vesperbrettchen, Untersetzer und Serviettenständer an. Ulrich Büker war immer wieder damit beschäftigt, die Kreisel an seinem Stand in Bewegung zu halten. Das Neueste: Im mittleren Loch des Kreisels steckt ein Bleistift, je nach Neigung eines Tabletts entstehen künstlerische Bleistiftbilder.

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Andrea Ramsauer färbt Textilien natürlich mit Pflanzenfarben: rot mit dem Saft der Krappwurzel, gelb aus Reseda, blau aus Indigo. Zauberburgen nennt der Tüftler Stefan Lüpges seine kleinen Holzburgen: „Alle Burgen lassen sich zu einem einfachen Holzscheit zusammen schieben.“ An langen Winterabenden hat Stefan Lüpges diese Technik entdeckt. Sein wichtigstes Handwerkzeug: die Dekupiersäge.

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Holz der Birne, des Nussbaums, Ahorns und der Kirsche verwendet Res Neuenschwander, um seine Chalumeaus, eine Ur-Klarinette mit Flötengriffweise, herzustellen. „Kopf hoch – nur Fledermäuse lassen sich hängen“, steht auf einer großen Tafel am Stand von Silvia Kerschbaum. Seit über 30 Jahren stellt sie handgeschriebene Textheftchen mit Lebensweisheiten her.

So färbt sich Stoff: Lisa Söhnchen dreht die Kurbel einer Malmaschine und eine Besucherin gießt Farbe dazu. In der Speckstein-Werkstatt (rechtes Bild) machen Kinder und Erwachsene selbst mit. Bilder: Richter