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Bernd Heiden · 15.03.2019

Fabian Hanke: Der Crack an der Tuba

Sindelfingen: Am Sonntag, 24. März tritt der 18-Jährige als Solist mit der Orchestervereinigung in der Stadthalle auf

Fabian Hanke spielt am 24. März als Solist in der Sindelfinger Stadthalle das Tuba-Konzert von Ralph Vaughn Williams. Bild: Heiden

Viel Blech, viel Tiefgang, viel Lautstärke: Dafür steht die Tuba. Zumindest außerhalb der eigenen Zunft. Fabian Hanke ist ein junger Meister des tiefen Blechblasinstruments. Gerade 18 Jahre alt, studiert er seit 2014 als Jungstudent an der Stuttgarter Musikhochschule bei bei Stefan Heimann, hat gerade mit seinen Brüdern David, Lukas und Jonathan als Hanke-Brothers eine CD veröffentlicht, spielt aber noch in weiteren Ensembles und will nächstes Jahr sein Abitur machen.

Am Sonntag, 24. März wird er als Tuba-Solist gemeinsam mit der Sindelfinger Orchstervereinigung in der Stadthalle auftreten. Im Gespräch mit der SZ/BZ spricht Fabian Hanke über Tuba-Vorurteile, Ansatztücken, Pausengestaltung und Diskussionskultur in einer Brüder-Combo.

Sollte man mit Tubisten Mitleid haben?

Fabian Hanke: „Warum?“

Die drei Giganten Mozart, Beethoven, Haydn haben keine Solostücke für euch komponiert, viele andere Große haben euch auch vernachlässigt.

Fabian Hanke: „Stimmt schon, viele der bekannten Komponisten haben keine Sololiteratur für Tuba geschrieben. Mitleid brauchen wir trotzdem nicht. Es gibt von ganz vielem Bearbeitungen für Tuba, zum Beispiel Bachs Violin-Doppelkonzert für zwei Tuben oder Mozart-Violinsonaten. Eigentlich kann man alles für Tuba bearbeiten.“

Wenn Du Leuten erzählst ‘ich spiel’ Tuba’, dann denken die doch ‘ach Tuba, die bläst der Huber’, also Tuba gleich Humpda-Dumpda, oder nicht?

Fabian Hanke: „Ja, schon. Ich werde nach Konzerten oft von Leuten angesprochen, die ganz überrascht sind, was man alles mit der Tuba machen kann. Du kannst mit Tuba natürlich sehr tief, sehr laut und plump à la Huber spielen, aber auch sehr hoch, sehr leise, sehr schnell und sehr filigran. Tuba wird aber nicht nur falsch von der breiten Masse eingeschätzt, sondern auch von vielen Komponisten, die Tuba-Parts für mich bei den Hanke-Brothers schreiben.“

Das liegt vielleicht auch daran, dass ihr zum Beispiel im Symphonie-Orchester eher selten was zu spielen habt.

Fabian Hanke: „Wir spielen ja auch nur bei den wichtigen Stellen.“

Das heißt, man lernt im Symphonieorchester das Pausen-Zählen?

Fabian Hanke: „Das müssen wir können. Ich für meinen Teil habe immer gute Literatur dabei, damit’s mir in den Pausen nicht langweilig wird.“

Das Tuba-Konzert von Vaughan Williams, das Du mit der Orchestervereinigung aufführst, scheint eines der allerersten Konzerte überhaupt zu sein, das für Tuba geschrieben worden ist. Weißt Du mehr darüber?

Fabian Hanke: „Ob es wirklich das allererste Tubakonzert überhaupt ist, kann ich nicht sicher sagen. Aber es gehört auf jeden Fall zu den ersten. Das wurde 1954 komponiert.“

Info:

Die Orchestervereinigung Sindelfingen spielt am Sonntag, 24. März neben dem Tuba-Konzert von Ralph Vaughan Williams Werke von Arthur Sullivan (The Tempest), Eduard Lalo (Norwegische Rhapsodie) und Maurice Ravel (Suite „Le Tombeau de Couperin“), Stadthalle Sindelfingen, Einführung 18.15 Uhr, Konzertbeginn 19 Uhr.

 

 

Das komplette Interview steht am Samstag in der SZ/BZ und aufwww.szbz.de

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