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Von Chefredakteur Jürgen Haar · 30.11.2019

Eschenried-Schule soll Flüchtlingsunterkunft bleiben

Sindelfingen: Ehemalige Realschule soll bis 2025 Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge bleiben

Seit 2017 sind in der ehemaligen Realschule Eschenried rund 100 Flüchtlinge in den umgebauten Klassenzimmern 
untergebracht. Hauptsächlich Familien und alleinstehende Männer aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Das Gebäude soll jetzt über die geplante Zeit hinaus als Gemeinschaftsunterkunft bestehen bleiben.

Die Umwidmung der Schule in der Eschenriedstraße ist mit einer Baugenehmigung verbunden, die die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft auf 3 Jahre befristet. Diese Frist läuft im Mai nächsten Jahres aus. Obwohl die Flüchtlingszahlen 2019 „deutlich zurückgegangen sind“, so Sozialamtsleiter Hans-Georg Burr, und die Stadt die Quote bei der Unterbringung „übererfüllt“, soll die Eschenriedschule über 2020 hinaus als Gemeinschaftsunterkunft fortgeführt werden.

Die Stadtverwaltung hat deshalb dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Eschenriedschule bis Ende 2025 weiter als Gemeinschaftsunterkunft nutzen zu können (Bild: Steiner/A). Diese Fortführung, so Bau-Bürgermeisterin Dr. Corinna Clemens, „steht nicht in Konkurrenz zu einer künftigen Nutzung als Wohnquartier.“

Im Sozialausschuss des Gemeinderats steht man weitgehend hinter den Absichten der Verwaltung, doch den Grünen ist der Zeitraum bis 2025 zu lang. Ihrer Ansicht nach „genügt die Unterkunft nicht den Mindestanforderungen“ und wird dem „Anspruch einer dezentralen Unterbringung nicht gerecht“. Grünen-Stadtrat Christian Sommer: „Wir befürchten, dass die Gemeinschaftsunterkünfte zur Regel werden.“

Dem hält Sozialamtsleiter Hans-Georg Burr entgegen, dass derzeit knapp 60 Prozent der Flüchtlinge im Zuge der Anschlussunterbringung in Privatwohnungen, die von der Stadt angemietet werden, untergekommen sind. Etwa ein Drittel der Geflüchteten lebt in Gemeinschaftsunterkünften. Obwohl die Flüchtlingszahlen deutlich hinter den Zahlen von 2016 und 2017, aber auch von 2018 liegen, wird nach Ansicht von Hans-Georg Burr „der Zuwanderungsdruck bleiben“. Die Stadt, so Burr, „braucht einen Puffer“, und deshalb soll die Unterkunft im Eschenried bis 2025 bleiben.

Mit der Einschränkung, dass die Stadt „eine kürzere Nutzungszeit“ unter bestimmten Voraussetzungen anstrebt. Diesem Kompromiss zum Antrag der Grünen hat der Sozialausschuss einstimmig zugestimmt. Das Thema geht in der kommenden Woche auch in den Technischen Ausschuss und wird am 10. Dezember abschließend im Gemeinderat beraten.