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Von unserem Mitarbeiter Bernd Heiden · 30.07.2011

Erweiterung durch die Hintertür

Steinenbronn: Gemeinderat verärgert über Leinfelden-Echterdingen

Erst empfahl Bürgermeister Johann Singer dem Steinenbronner Gemeinderat Zustimmung, vollzog schließlich nach heftiger Diskussion eine Kehrtwende und stimmte selbst gegen die Vorlage, mit der Steinenbronn den Neubau von sechs Klassenzimmern im Leinfeldener Schulzentrum genehmigen sollte.

Die Kontroverse offenbarte, wie beschädigt das Verhältnis zwischen Steinenbronn und Leinfelden-Echterdingen ist. Hintergrund ist eine interkommunale Vereinbarung, mit der sich Steinenbronn vergangenes Jahr verpflichtet hatte, Neubaumaßnahmen an den Gymnasien des Leinfeldener Schulzentrums, das auch Steinenbronner Schüler besuchen, mit gut einer halben Million Euro, verteilt über fünf Jahre, zu unterstützen. Im Vertrag war von bis zu 16 neuen Klassenzimmern die Rede.

Vergangenen März wurden am Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium sieben neue Klassenzimmer eingeweiht. Eigentlich hätten laut Vertrag also Steinenbronner Gelder für neun weitere Klassenzimmer zur Verfügung gestanden. Dass der Steinenbronner Gemeinderat nun die vom Leinfelden-Echterdinger Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss erbetene Zustimmung zu sechs weiteren Klassenzimmern am Immanuel-Kant-Gymnasium verweigerte, liegt am Verdacht, hier handele es sich gar nicht um eine Gymnasiums-, sondern um eine Realschulerweiterung durch die Hintertür.

So erklärte Bürgermeister Singer zu den Plänen, im Immanuel-Kant-Gymnasium sollten sechs Räume freigemacht werden für die Schüler der Immanuel-Kant-Realschule. Die Gymnasiasten sollten dafür in die sechs Klassenzimmer ziehen, die in einem Anbau entstehen sollen.

Keine Realschüler aus Steinenbronn

„Das ist hintenrum ein Zuschuss für einen Erweiterungsbau der Realschule“, sagte Dr. Wolfgang Miller. „Wir haben keine Veranlassung, den Bau einer Realschule zu unterstützen.“ Michael Karolczak wies auf die Pikanterie hin: Steinenbronner Realschüler dürfen nicht nach Leinfelden-Echterdingen.

Bei zwei Enthaltungen lehnte der Steinenbronner Gemeinderat mit der Stimme von Bürgermeister Singer die Realisierung von den sechs Klassenzimmern ab. In Leinfelden-Echterdingen selbst war es zu Protesten gekommen, als ein Gutachter im März zu dem Schluss gekommen war, dass keine neuen Klassenzimmer gebaut werden, stattdessen Container her sollten.

Weiteres Konfliktpotenzial zeichnete sich in der Sitzung bereits ab: Die Steinenbronner wollen zügige Rückzahlung ihres Geldes für nicht realisierte Klassenzimmerbauten.