Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Mitarbeiter Peter Maier · 08.10.2020

Endspurt für die Rennsport-Legenden

Böblingen: Ausstellung „50 Jahre Interserie“ endet am Sonntag in der Motorworld

  • Bilder: Solitude GmbH

Am Sonntag endet die Show „50 Jahre Interserie“ in der Motorworld auf dem Flugfeld mit einer Finissage ab 14 Uhr. Die Solitude GmbH hat dieses Pop-up-Event in der denkmalgeschützten Immobilie ins Leben gerufen, um an die vom amerikanischen CanAm-Cup abgeleitete Rennserie der Big Bangers zu erinnern.

Die auch auf die Ausrichtung von Jubiläen spezialisierte Agentur legte bei der Realisierung großen Wert auf eine historisch korrekte Zeitspanne. Deshalb begann die große PS-Show am 28. Juni 2020, dem Datum des ersten Interserie-Rennens überhaupt, auf dem Norisring vor 50 Jahren. Am Tag der Finissage endete vor 50 Jahren auch das letzte Interserie-Rennen des Jahres auf dem Hockenheimring. „Nach 15 geplanten und zahlreichen spontanen Führungen werden in der Motorworld Region Stuttgart diese geschichtsträchtigen Fahrzeuge fehlen“, blickt Initiator Tobias Aichele zurück. Hunderte von Motorsport-Fans pilgerten in den letzten Wochen in die Motorworld. Das Schaufenster, hinter dem die farbenfrohen Rennboliden aufgereiht sind, wirkte wie eine virtuelle rote Ampel.

 

Jeder Besucher in der Werkstatthalle stoppte, weil ihn der Mythos CanAm und Interserie in den Bann zog. „Regelmäßig war ein Spektrum von zehn Interserie-Fahrzeugen zu sehen“, erläutert Aichele weiter und betont: „Um das Pop-up-Event lebhaft zu halten, wechselten wir fast jede Woche ein Fahrzeug aus.“ Immer aber spiegelte die Ausstellung die bedeutenden Jahre dieser damals PS-stärksten Rennklasse der Welt wider, in der zuletzt auch Le Mans-Fahrzeuge starteten.

 

 

Das Reglement ließ den Konstrukteuren ungewöhnlich viel Freiheit. Die Leistungsspitze bildete der Porsche 917/30-001 aus dem Porsche-Museum. Mit bis zu 1.200 PS ist der Zwölfzylinder der erfolgreichste Interserie-Wagen aller Zeiten. Nach seiner Zeit als Entwicklungsträger siegte der Bolide bei sieben Interserie-Rennen in den Jahren 1973 bis 1975 - unter anderem mit Vic Elford am Steuer. 917/30-001 wird bei der Finissage in dieser Umgebung letztmalig zu bestaunen sein, wie zahlreiche weitere Interserie-Wagen; darunter auch der Porsche 910 von Bernd Becker, mit dem der Optiker seit 47 Jahren ununterbrochen und weltweit an Rennen und Demonstrationsfahrten teilnimmt.

 

 

Als weitere Besonderheit hat Gustav Nitsche, jahrelanger Porsche-Mitarbeiter in der Rennabteilung und ausgewiesener 917-Spezialist ein 917/30-Triebwerk mit der ganzen Turbo-Ladetechnik als Schaumodell präpariert. Zusammen mit Valentin Schäffer, der praktisch bis 1989 alle Porsche-Rennmotoren mitentwickelt hat, wird der 89-jährige den Zwölfzylinder-Motor am kommenden Sonntag für die Gäste erläutern. Ein Schwerpunkt der Finissage wird auch die Erinnerung an den Rennfahrer Helmut Bross (verstorben am 16. Januar 2015) sein.

 

 

Der Herrenberger bestritt am 11. Oktober 1970 sein erstes Interserie-Rennen auf einem Porsche 906 und konnte schließlich 1976 die Meisterschaft gewinnen. Presse-Information 07. Oktober 2020 Finissage 11. Oktober 2020 Seite 2 Für die Fans der Big-Bangers präsentieren die Organisatoren auch den auf nur 100 Stück limitierten Jubiläumskalender „50 Jahre Interserie“ für 2021, mit historischen und ganz aktuellen Fotos; darunter auch Aufnahmen, die bei den teilweise sehr aufwendigen Fahrzeuganlieferungen entstanden. Der Kalender dient als Projektabschluss und zur Dokumentation der besonderen Momente dieses Jubiläums.