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Von Sebastian Stöber und Christian Wendt, Torgauer Zeitung · 11.09.2018

„Eine herausragende Veranstaltung“

Torgau/Sindelfingen: Eine kleine Delegation war am Wochenende beim Tag der Sachsen in der Partnerstadt dabei, Thomas Speer sorgte dabei für Staunen bei den Besuchern

  • Die Gegeneinladung nach Sindelfingen steht: Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth mit ihrem Sindelfinger Amtskollegen Dr. Bernd Vöhringer.

  • OB Vöhringer und Stadtrat Kurt-Heinz Kuhbier (links) flankieren den früheren Ministerpräsident Sachsens Kurt Biedenkopf und dessen Frau Ingrid.

Kurz vor 17 Uhr am Sonntag. Der Tag der Sachsen in der Sindelfinger Partnerstadt Torgau ist auf den letzten Metern. Die macht nun auch Torgaus Oberbürgermeisterin Romina Barth. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jens Sembdner und einem breitschultrigen Mann im schwarzen Anzug bahnt sie sich den Weg durch die Bäckerstraße zur Bühne auf dem Markt, wo der offizielle Schlusspunkt des Fests gesetzt werden soll. Dann passiert etwas, das für Torgau nicht unbedingt typisch, an diesem Wochenende aber durchaus gängig ist. Ein Torgauer reckt den Daumen in Richtung der Verwaltungschefin und ruft: „Tolles Fest, Frau Barth, super!“

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„Ich erlebe hier eine wunderbare Stimmung“, sagte Ministerpräsident Kretschmer am Samstagnachmittag. Der Tag der Sachsen in Torgau sei ein großes Fest. Hier habe der Freistaat sein wahres Gesicht gezeigt – offen, freundlich und der Welt zugewandt. Applaus aus dem großen Rund der Zuhörer, in dem auch sehr viele Vertreter von Vereinen waren. Kretschmer dankte Oberbürgermeisterin Romina Barth, die ebenso in sehr viele freundliche Gesichter geschaut habe. Die Stadt sei durch jenes Fest ein Stück näher zusammengerückt. „Die Organisation hat sehr viel Kraft gekostet“, blickte Barth zurück. Doch die Unterstützung sei gigantisch gewesen.

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Begeistert vom Tag der Sachsen war Dr. Bernd Vöhringer. Der Sindelfinger Oberbürgermeister war am Freitag mit einer kleinen Delegation angereist. Mit von der Partie waren neben dem OB auch die Stadträte Kurt Heinz Kuhbier und Manfred Stock. „Eine tolle Veranstaltung. Ich sehe, wie aktiv Sachsen, wie aktiv Torgau ist. Die Organisation ist eine Meisterleistung“, sagte Vöhringer: „Glückwunsch zu der herausragenden Veranstaltung.“ Natürlich habe er die Chance beim Schopfe gepackt, seine Torgauer Amtskollegin zu einem Gegenbesuch nach Sindelfingen einzuladen. Der Grund ist die 30-jährige Partnerschaft beider Kommunen, auf die im November in Sindelfingen angestoßen werden soll.

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Repräsentiert wurde die Stadt Sindelfingen in Torgau auch von Thomas Speer, ehemals Leiter des Regiebetriebs Stadtgrün und seiner Frau Barbara Höhn-Speer. Die beiden verteilten an ihrem Stand nicht nur Infomaterial über Sindelfingen, sondern boten auch feine Tröpfchen Marke Eigenanbau an. Wein aus Sindelfingen? Das machte die Torgauer stutzig. „Ich habe natürlich erklärt, dass der Wein in meinem Weinberg in Breitenholz wächst, dass es aber früher in Sindelfingen tatsächlich Weinberge gegeben hat. Das war ein guter Anknüpfungspunkt für manches Gespräch“, sagte Thomas Speer, der neben Torgau auch die Lutherstadt Wittenberg besuchte: „Wenn man schon mal hier ist.“

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Beim Musikprogramm mit von der Partie war der aus Aidlingen stammende Rapper Benjamin Rauser alias Ben Venuto. Der Musiker, der 2011 am Sindelfinger Goldberg-Gymnasium Abitur gemacht hat und an der Popakademie Mannheim eine Ausbildung zum Musikproduzenten gemacht hat, ist auch schon bei der Sindelfinger Weihnachtssession aufgetreten.

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Der Tag der Sachsen in Torgau lockte mehr Besucher als zuletzt in Löbau. „Am Freitag waren es rund 35 000 Gäste, Samstag 130 000 und Sonntag 120 000 Besucher“, wird es später in der Pressemitteilung der Stadt heißen. Mehr als 280 000 Besucher also unter dem Strich.

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Ein Höhepunkt war der Festumzug am Sonntagnachmittag. 2900 Mitwirkende belebten die 140 Schaubilder und zogen Tausende Zuschauer entlang der Straßen in ihren Bann. Romina Barth: „Wir freuen uns über ein gelungenes Fest bei bestem Wetter. Es herrschte ausgelassene Stimmung bei allen Generationen. Tausende Besucher tummelten sich vor den Bühnen und in den 16 Themenmeilen, teilweise gab es kein Durchkommen mehr. Ich kann es nicht anders sagen, als mit den Worten, die ich schon zur Eröffnung genutzt habe: Es war saugeil.“

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Laut Polizeidirektion Leipzig kam es am Wochenende zu insgesamt 28 Straftaten. Die meisten seien Diebstähle gewesen, dazu kamen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen – zudem befinde sich eine Sexualstraftat in Prüfung und Bearbeitung, hieß es am Sonntagabend. Der Führungsstab verzeichnete lediglich eine kurzzeitige Störung des Schiffsverkehrs auf der Elbe: Elbeschwimmer Helmut Schlee war sein Fahnenfloß abhandengekommen.