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Von unserer Redakteurin Fariba Sattler · 17.11.2012

Ein Treffpunkt für das Viertel

SZ/BZ-Herbstserie (XVI): Für Leben auf dem Leonardo-da-Vinci-Platz sollen vor allem die Anwohner auf dem Flugfeld selbst sorgen

In zwei Wochen ist er fertig: Der Leonardo-da-Vinci-Platz auf dem Flugfeld. Die letzten Platten des Betonpflasters landen derzeit noch im Boden und 19 Bäume in der Erde.

Die Wassersprudler haben schon erste Fans. Mitte September haben die Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer (Sindelfingen) und Wolfgang Lützner (Böblingen) den Leonardo-da-Vinci-Platz an der Liesel-Bach-Straße auf dem Flugfeld eingeweiht. Zum Abschluss schossen die Fontänen aus den zwölf Wassersprudlern in die Höhe. Da war kaum ein Kind zu halten.

Jetzt sind die Arbeiten an dem Platz fast fertig. 4500 Quadratmeter ist er groß und bekommt einen Boden aus Betonpflaster. Die letzten Platten werden derzeit verlegt. Außerdem pflanzen Gärtner derzeit 19 Bäume: sechs Erlen, eine Eiche, fünf Zierkirschen, vier Ahornbäume und drei Kiefern. Die Gesamtbaukosten liegen bei 1,1 Millionen Euro. Der Supermarkt samt Bäcker am Wilhelmine-Reichard-Weg ist seit Ende September offen. Es folgen noch ein Café und ein Drogeriemarkt.

Der Platz soll ein Treffpunkt für die Anwohner des Wohnviertels sein, so Olaf Nägele, Pressesprecher des Zweckverbandes Flugfeld. Laut Einwohnermeldeamt leben derzeit 811 Menschen auf dem Flugfeld. Das Viertel um den Leonardo-da-Vinci-Platz umfasst die Wohnhäuser zwischen der Johann-Schütte-, der Liesel-Bach- und der Konrad-Zuse-Straße.

Heinz Günter vom Zweckverband Flugfeld: „Wir bekommen Rückmeldungen von den Bauträgern über die neuen Bewohner. So wissen wir von zwei Bauträgern, die etwa 300 Wohnungen in dem Viertel vermietet haben, dass 80 Prozent der neuen Bewohner Akademiker sind. 50 Prozent der Anwohner haben vorher nicht im Landkreis Böblingen gewohnt.“

Der Zweckverband möchte, dass die Anwohner selbst den Platz mit Leben füllen. „Kleine Märkte oder Feste sind möglich. Wasser- und Stromanschlüsse sind vorhanden. Solche Aktionen sollten aber von den Bewohnern ausgehen“, sagt Olaf Nägele.

Wie lebt es sich eigentlich auf dem Flugfeld? „Gut“, sagt Matthias Dovern. Der 39-Jährige lebt seit zwei Jahren auf dem Flugfeld im Marga-von-Etzdorf-Weg: „Die zentrale Lage gefällt mir sehr gut. Als ich hergezogen bin, was das Flugfeld noch nicht so bebaut. Ich mag es, freie Sicht auf die Böblinger Innenstadt zu haben. Aber die werde ich wohl nicht mehr lange haben.“ Matthias Dovern wünscht sich mehr Grün zwischen der Wohnbebauung und, dass der See nachts nicht so zugemüllt wird.

Das stört auch eine 34-jährige Anwohnerin aus dem Käthe-Paulus-Weg: „Oft sind hier nachts Jugendliche unterwegs. Sie zerschlagen Flaschen und lassen die Scherben liegen. Ein paar sind auch mal auf meinen Sohn losgegangen. Es wäre wichtig, dass die Polizei hier präsenter ist, vielleicht hilft das.“ Vor 3,5 Jahren ist sie mit ihrer Familie von Sindelfingen aufs Flugfeld gezogen: „Gut fände ich auch, eine direkte Busverbindung zur Ludwig-Uhland-Schule. Denn ich lasse meinen Jüngsten ungern alleine durch die vielen Baustellen zur Schule gehen.“

Wasserspaß bei der Eröffnung: Im Sommer weihten Stadt und Zweckverband den Leonardo-da-Vinci-Platz auf dem Flugfeld ein. Dieser Tage werden die letzten Bau- und Pflanzarbeiten fertig. Bild: Sattler/A