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Von unserem Mitarbeiter 
Matthias Staber · 14.07.2019

„Ein paar Stände mehr dürften es sein“

Sindelfingen: Schlemmermarkt war erstmals in das Stadtfest Klangfarben integriert / Wirte sind trotzt schlechten Wetters nicht unzufrieden

Der Sindelfinger Schlemmermarkt war trotz des wechselhaften Wetters gut besucht. Bild: Dettenmeyer

Den altehrwürdigen Sindelfinger Schlemmermarkt in das Veranstaltungsformat Klangfarben samt angegliedertem und von der SZ/BZ mitorganisiertem Bierdorf zu integrieren, ist sinnvoll. Bei der konkreten Ausführung gibt es aber noch durchaus Luft nach oben: So lautet überwiegend das Fazit von Gastronomen und Besuchern nach dem Premierenwochenende für das neue Veranstaltungskonzept.


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„Es ist ein tolles Fest“, sagt der Chef des Sindelfinger Hotels Erikson, Peter Kramer: „Klein, aber fein.“ Seit über 20 Jahren mischt das Hotel Erikson beim Sindelfinger Schlemmermarkt mit und hat sich dabei eine treue Fan-Basis erarbeitet: „Wir haben viele Stammgäste“, so Peter Kramer, „die Leute freuen sich, wenn sie uns auf dem Schlemmermarkt besuchen können.“ Durch die Verknüpfung von Schlemmermarkt, Bierdorf und Klangfarben gebe es einen Mehrwert: „Man kann durch die Sindelfinger Innenstadt flanieren und bekommt etwas geboten, was sehr attraktiv ist.“


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Ob Fischteller oder Wildragout: Dieter Schuster, Küchenchef des Erikson-Restaurants, hat sich über viele Jahre hinweg mit einer Küche, die Anspruch und schwäbische Tradition miteinander verbindet, in die Herzen seiner Fans gearbeitet. Entsprechend vielversprechend startet für das Hotel Erikson am Freitag um 18 Uhr der Schlemmermarkt. „Es kam um 19.30 Uhr leider genau zur falschen Zeit der Gewitterregen“, so Peter Kramer am Samstagmittag: „Damit war das Fest vorbei. Aber der Samstag beginnt wieder sehr vielversprechend.“


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Joe Migliore, Geschäftsführer und Küchenchef des „Steakhouse Tower 66“ in der Motorworld, ist hingegen vom neuen Veranstaltungskonzept nicht überzeugt: „Das ist kein Sindelfinger Schlemmermarkt mehr.“ Durch die Integration des Schlemmermarkts hätten die Gastronomen die Kontrolle über die Veranstaltung verloren, argumentiert Migliore: „Sinn der Veranstaltung ist es, hochwertige Gastronomie zu präsentieren, hinter der ausgezeichnetes Handwerk steckt.“ Dazu gehöre ein entsprechendes Ambiente, wie es etwa bei den Formaten „Schlemmen am See“ in Böblingen oder dem Stuttgarter Sommerfest gegeben sei: „Dort geht es auch vom Ambiente her hochwertig zu und dem Gast wird richtig was geboten.“ In Sindelfingen würden jedoch unter anderem die Holzhütten auf dem unteren Teil des Marktplatzes die Atmosphäre zerstören: „Das geht gar nicht.“


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„Für uns hat sich eigentlich nichts verändert“, sagt Iannelli Bobrita, Chef des Böblinger „Ristorante Monte Cassino“, der seit zwölf Jahren beim Schlemmermarkt dabei ist: „Bei uns war sogar der Freitag gut, weil wir ausreichend Sitzplätze im Zelt haben.“ Ob selbstgemachte Pasta und Pizza oder „Bisteka Fiorentina“ vom Spezial-Grill: Den Gästen schmeckt es ausgezeichnet beim italienischen Angebot des Schlemmermarkts.



Über eines sind sich Gastronomen und Gäste schon am Samstagmittag einig: Der Sindelfinger Schlemmermarkt muss wieder größer werden, um sein Potenzial auch im Rahmen der Klangfarben voll ausspielen zu können. Vier Stände mit Speisen und einer mit Getränke sind zu wenig, lautet der einhellige Tenor. „Ich glaube zwar nicht, dass wir in Sindelfingen mit dem Böblinger ‚Schlemmen am See‘ konkurrieren müssen“, sagt Peter Kramer, „aber ein paar mehr Stände dürften es sein.“