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Von Jürgen Wegner und Hansjörg Jung · 27.09.2017

Ein Ort, zwei Wahllokale und große Unterschiede in der Wählergunst

Bundestagswahl 2017: Hochburgen und Kellerlöcher für die Kandidaten und Parteien in den Böblinger und Sindelfinger Wahllokalen / CDU punktet in den Teilorten

Wo waren in den Wahllokalen in Sindelfingen und Böblingen die Hochburgen für die Kandidaten und ihre Parteien – und wo ging die Zustimmung in den Keller. In der Wahlnachlese der SZ/BZ gibt es dazu heute eine kleine Übersicht.

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Nirgends bekam Marc Biadacz (Bild: z) so viel Zustimmung wie in der Darmsheimer Grundschule im Birkleweg. 46,95 Prozent gab es für den Böblinger, der für die CDU das Direktmandat holte. Das ist fast doppelt so viel wie in der Kindertagesstätte Eschenried im Traifelbergweg (23,63 Prozent). Das schlechteste Ergebnis gab es für die CDU bei den Zweitstimmen in der Gottlieb-Daimler-Schule II (23,36).

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In der Eschenried-Kita gibt es noch weitere Ausschläge, die besonders deutlich ausfallen. Hier fuhr die SPD-Kandidatin Jasmina Hostert mit 17,51 Prozent ihre zweitbeste Ernte ein, allerdings räumte auch der AfD-Konkurrent Markus Frohnmaier im Traifelberg am meisten ab (22,98). Dazu gab es für die AfD im Eschenried mit 23,64 Prozent auch bei den Zweitstimmen das beste Ergebnis.

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Noch besser lief es für Jasmina Hostert nur in der Kindervilla Wittman am Calwer Bogen (24,83 Prozent). Bei den Zweitstimmen war die SPD mit 23,83 Prozent im Pfarrwiesen-Gymnasium am erfolgreichsten (23,82). Miserabel war dagegen das Resultat im Kinderhaus Jakobus in der Maichinger Landhaussiedlung (13,52).

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Sein Top-Resultat holte Dr. Florian Toncar mit 16,35 Prozent im katholischen Gemeindehaus St. Anna in Maichingen, sein schlechtestes mit glatten 5,0 Prozent in der Darmsheimer Grundschule im Birkleweg. Die FDP an sich fuhr ihr bestes Ergebnis im Königsknoll mit 20,27 Prozent ein.

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Traumnoten gab es für die Grünen im Schleicher. In der Kita Lilienstraße holte die Fraktion 16,92 Prozent und Tobias Bacherle (Bild: z) als Person sogar 17,55 Prozent. 17,51 Prozent standen nach der Auszählung außerdem im Sängerheim in der Heinestraße am Stadthallenpark. Tief in den Keller rauschten die Grünen dagegen im Stadtteiltreff Viehweide mit 5,13 Prozent der Zweitstimmen und sogar nur 4,27 Prozent für Bacherle.

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Damit ist auch klar, wo die AfD ihre Hochburg hatte. In der Kita im Eschenried schnitt nicht nur Markus Frohnmaier (Bild: z) besonders gut ab, es gab auch 23,46 Prozent der Zweitstimmen. Im Stadtteiltreff Viehweide reichte es für Frohnmaier für 22,51 Prozent – dort, wo die Menschen besonders dicht aneinander wohnen. Die schlechtesten Ergebnisse kommen aus Darmsheim mit 8,02 Prozent der Erststimmen in der Grundschule im Birkleweg und dem gleichen Anteil in der Zehntscheuer.

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Nichts zu erben hatte die Linke in Maichingen. Im Bürgerhaus bekam Richard Pitterle mit 3,14 Prozent den geringsten Zuspruch, den kleinsten Anteil der Zweitstimmen gab es mit 3,56 Prozent in der Johannes-Widmann-Schule. Die anderen Extreme lagen in der Kita Brunnenwiesenstraße mit 11,42 Prozent für Richard Pitterle und 11,44 Prozent für die Linke in der Kita Schneidemühlerweg.

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44,7 Prozent der Stimmen für Marc Biadacz. Das ist der höchste Wert, den der künftige Bundestagsabgeordnete mit dem Direktmandat in Böblingen erreichte – und zwar im Wahllokal I in der Eichendorffschule am Herdweg. Die geringste Zustimmung erhielt der CDU-Kandidat im Otto-Hahn-Gymnasium. Hier erreichte er knapp 27 Prozent der Stimmen. Eine Hochburg der CDU ist zweifellos Dagersheim. Knapp 40 Prozent der Zweitstimmen gingen im Haus der Vereine an die Christdemokraten, im Kindergarten in der Goethestraße waren es auch 37,6 Prozent – immer noch ein Spitzenwert. Deren schwächstes Ergebnis gab es in der Mörike-Schule mit 25,17 Prozent.

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Eine SPD-Hochburg ist sicher die Gegend rund um das Wahllokal im Kindergarten im Paul-Gerhard-Weg. Jasmina Hostert (Bild: z) erreichte dort gute 31,3 Prozent und auch die Partei lag mit gut 26 Prozent über dem Durchschnitt. Im Albert-Einstein-Gymnasium wollten nur 14,6 Prozent Jasmina Hostert in den Bundestag schicken. Das schlechteste Ergebnis für die SPD gab es bei den Zweitstimmen mit 11,34 Prozent im Wahllokal I der Eichendorffschule, wo Marc Biadacz triumphierte.

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Mit 17,29 Prozent holte Tobias Bacherle im Albert-Einstein-Gymnasium mehr als Jasmina Hostert – und damit sein bestes Ergebnis. Er übertraf damit auch das Ergebnis von Sven Reisch vor vier Jahren. Lediglich 6,12 Prozent kamen im Kindergarten Nürtinger Straße für den Kandidaten zusammen, auch die Partei erzielte hier die wenigsten Stimmen: 6,97 Prozent. Die Grünen holten in der Eichendorffschule II bei den Zweitstimmen ihr bestes Ergebnis: 15.94 Prozent.

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Über 25 Prozent der Stimmen erzielte FDP-Kandidat Florian Toncar (Bild: z) im Haus am Maienplatz. Wie Marc Biadacz fuhr auch er im Otto-Hahn-Gymnasium sein schlechtestes Ergebnis ein. Ein Ort, zwei Wahllokale, zwei höchst unterschiedliche Ergebnis: Während die FDP im Wahllokal I der Eichendorfschule mit 28,2 Prozent ihr bestes Ergebnis holte, fuhr sie ein Zimmer weiter ihr schlechtestes Ergebnis ein: nur 5,7 Prozent.

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Diese Unterschiede in der Wählergunst dieser beiden Wahlbezirke schlägt sich auch beim Ergebnis der AfD nieder. Während sowohl Markus Frohnmaier als auch die Partei im Wahllokal I der Eichendorff-Schule – der Biadacz Hochburg – mit 3,54 und 4,53 Prozent auf der Strecke blieben, holte Frohnmaier im Wahllokal II 11,8 Prozent, die Partei 10,56 Prozent der Stimmen. Ihre besten Ergebnisse fuhr die AfD in Böblingen in der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums ein: Markus Frohnmaier holte dort 22,74, Prozent, die Partei 22, 69 Prozent der Zweitstimmen.

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Viele Wähler rund ums Lise-Meitner-Gymnasium scheinen mit den etablierten Parteien nicht allzu zufrieden zu sein. Denn im alten Musiksaal der Schule erzielte Richard Pitterle (Bild: z) von der Linken sein bestes Ergebnis, und auch bei den Zweitstimmen gab es über zehn Prozent für die Linke – mit 10,82 Prozent erzielte die Partei lediglich im Kindergarten Taunusstraße auf dem Rauhen Kapf ein besseres Ergebnis. Am wenigsten Zuspruch erhielt Richard Pitterle mit 3,26 Prozent in der Toncar-Hochburg Haus am Maienplatz. Die Partei musste sich in der Albert-Schweitzer-Realschule mit 3,21 Prozent begnügen.