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Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch · 11.12.2014

Ein neuer Schlenker in die Planie

Sindelfingen: Stadt will Sanierungsprogramm Marktplatz erweitern und hofft Anfang 2015 auf Zuschüsse

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ong>Wenn schon, denn schon. Sindelfingen will Gas geben und den unteren Teil der Planie so umbauen, dass selbst für Ortsunkundige klar wird, dass nur ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt die Altstadt anfängt, die seit 2013 zur Deutschen Fachwerkstraße gehört.

Das Sanierungsgebiet Marktplatz gibt es schon seit zwei Jahren. Im ersten Schritt ist der damalige Kiosk abgebrochen und durch ein Funktionsgebäude ersetzt worden. Außerdem ist die Decke der Tiefgarage saniert und ein neuer Belag rund um das Häuschen mit Aufzug, Technik und Toilette fertig.

Umfragen im „Echt Stadt“-Prozess haben die Planie als Achillesferse im Zentrum ausgemacht. „Die Straße erfüllt nicht ihre Funktion als Gelenk zwischen Marktplatz und Altstadt“, konstatiert Thomas Leonhardt vom Planungsamt. Die Stadt hat mittlerweile nicht nur das Häuschen mit der Hausnummer Eins, sondern auch zwei weitere Gebäude mit den Hausnummern Fünf und Sieben gekauft. Auf längere Sicht soll dort in Zusammenarbeit mit den privaten Eigentümern ein hochwertiges Ensemble entstehen, das die Zugänge zur Altstadt „angemessen“ markiert.

Der Schlenker in die Planie und die Untere Burggasse mit der Option, die alten Häuser abzubrechen, ist nicht die einzige Erweiterung des bisherigen Sanierungsgebiets. Im Süden soll noch die Ecke Untere Vorstadt/Bahnhofstraße dazukommen. Explizit ins Programm genommen sind mit der Hoffnung auf Zuschüsse die rund zehn Millionen Euro teure Sanierung der Marktplatz-Tiefgarage sowie die über drei Millionen Euro teure Reparatur der Galerie der Stadt.

Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens erntet für die Zukunftsvision viel Lob von FWS-Chefin Ingrid Balzer im Gemeinderat, macht aber sofort deutlich, dass das neue Programm die Gesamtkosten von derzeit 4,5 Millionen Euro auf 22,4 Millionen Euro hochschnellen lässt. Die Stadt hofft allerdings auf Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 7,2 Millionen Euro, so dass bis 2020 gut 15 Millionen Euro aus der Stadtkasse zu finanzieren wären.

Corinna Clemens rechnet damit, dass der Bescheid über die Fördermittel vom Regierungspräsidium Stuttgart im Frühjahr 2015 kommen wird. Erst dann geht es konkret in die Umsetzung, die der Gemeinderat Abschnitt für Abschnitt entscheiden soll. „Das ist ein Riesen-Brocken“, erkennt CDU-Fraktionschef Walter Arnold: „Viel hängt natürlich von den Zuschüssen und der Entwicklung der Gewerbesteuer ab.“

Kandidat für Abbruch oder Sanierung: Das Haus mit der Nummer Eins an der Planie gehört zum Erneuerungsprogramm für den Marktplatz. Bild: P. Bausch