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Von unserer Mitarbeiterin Sabine Haarer · 08.07.2015

Ein Ja zur Hesse-Bahn

Kreis Böblingen: Kreistagsausschuss stimmt dem Kompromiss zu

Der Kompromiss zur Hermann-Hesse-Bahn stößt bei den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses grundsätzlich auf Zustimmung. Mit einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen gab das Gremium seine Zustimmung, doch in der Sitzung waren auch kritische Stimmen zu hören.

Nach den Ausführungen von Landrat Roland Bernhard zum Kompromiss, den er und sein Calwer Kollege Helmut Riegger bei einem Treffen mit Verkehrsminister Winfried Hermann Mitte Juni ausgehandelt hatten (die SZ/BZ berichtete), ergriff Thilo Schreiber das Wort. Wobei er weniger als Kreisrat der Freien Wähler denn als Bürgermeister von Weil der Stadt sprach, wie er freimütig zugab. Als solcher habe er Interpretationsbedarf. Vor allem, was das vereinbarte Stufenkonzept zum Ausbau der Hermann-Hesse-Bahn anlangt. Denn noch sei nicht klar, ob im ersten Schritt die Bahn in Weil der Stadt endet oder ob sie auch da schon bis nach Renningen fährt.

Ähnlich sieht es Peter Pfitzenmaier (SPD). „Es wäre fatal, wenn der Zug schon im ersten Schritt durchfährt bis nach Renningen. So haben wir nicht gewettet“, sagte er in der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses. Allerdings, so räumte sowohl der SPD-Kreisrat wie auch Thilo Schreiber ein: Das Förderrecht sei bei vielen Überlegungen zum Projekt ausschlaggebend. Peter Pfitzenmaier mahnte zugleich an, dass „noch eine ganze Reihe Forderungen“ nicht erfüllt sind oder noch ausstehen. Als Beispiele nannte er den zweiten Stresstest und die Lärmgutachten. „Auch das Planrechtsverfahren ist alles andere als zu Ende geführt“, sagte der Kreisrat aus Leonberg.

Wie Amtsleiterin Barbara Dortenmann ausführte, soll der Stresstest im September vorliegen und, so ergänzte Landrat Roland Bernhard, auch wenn die genannten Punkte nicht im Protokoll zum Kompromiss stehen, werde man „darauf drängen, dass sie erfüllt werden“.

Hoffnungen hegt man im Böblinger Landratsamt auch bezüglich ganz anderer Wünsche. Dass nämlich bei Fertigstellung des ersten Bauabschnittes der Hesse-Bahn die Pläne für die Erweiterung der S-Bahn „so weit sind, dass man überlegt, ob es den zweiten Abschnitt überhaupt noch braucht“. Wie Landrat Roland Bernhard betonte, stehe dies „so nicht im Protokoll“, sondern sei vielmehr seine „persönliche Interpretation“.

Bei der abschließenden Abstimmung sprach sich Thilo Schreiber gegen den ausgehandelten Kompromiss und das darin vereinbarte Stufenkonzept aus. Tobias Heizmann, Achim Gack, Johannes Buchter, Wolfgang Schaal und Christine Kraayvanger (alle Freie Wähler) enthielten sich, alle anderen Ausschussmitglieder stimmten mit Ja. Der Kreistag wird in seiner Sitzung in zwei Wochen das letzte Wort haben.

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss ist für den Hesse-Bahn-Kompromiss. Der Kreistag wird in seiner Sitzung in zwei Wochen das letzte Wort haben. Bild: Reichert