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Von Chefredakteur Jürgen Haar · 31.01.2013

Ein „guter Tag“ für die Innenstadt

Sindelfingen: Die Stadt kauft das Post-Areal und stellt weitere Weichen für die städtebauliche Entwicklung zwischen Marktplatz und Bahnhof

Was seit 20 Jahren auf der Agenda steht, nimmt jetzt Konturen an. Aus mehreren Puzzlestücken fügt sich seit einem knappen Jahr die lang ersehnte Neugestaltung der südlichen Innenstadt zu einem Bild zusammen. Mit dem Kauf des Volksbank-Gebäudes neben der Post machte der Sindelfinger Gemeinderat im Mai 2012 den ersten Schritt für die Bebauung des Gebiets Feger-Nord zwischen Mercedes- und Bahnhofstraße.

Neben einem Geschäftshaus, unter anderem mit Geschäftsräumen für Vereinigte Volksbank AG, plant die Isin-Gruppe auf dem „Quartier F“ auch Stadtwohnungen und Stellplätze. Mit dem Bau soll im ersten Quartal 2013 begonnen werden.

Zum 12 000 Quadratmeter großen Areal gehört auch das städtische Gebäude Bahnhofstraße 12. Hier war bis zum vergangenen Jahr die Mobile Jugendarbeit für die Sindelfinger Innenstadt untergebracht. In der vergangenen Woche vergab der Technische Ausschuss die Abbrucharbeiten für das Gebäude. Sorgen machen der Stadt mögliche Altlasten auf dem Grundstück, denn das Haus wurde früher von einem Taxiunternehmen mit kleiner, integrierter Tankstelle genutzt. Für eine mögliche Altlastenentsorgung hat die Stadt rund 29 000 Euro veranschlagt.

Um die Bebauung des Gebiets Feger-Nord rundzumachen, geht jetzt eine weitere Tür auf. Bei einer Gegenstimme von CDU-Stadtrat Horst Thome beschloss der Sindelfinger Gemeinderat in dieser Woche, ein Vorkaufsrecht für das Gebäude Bahnhofstraße 10, früher Sitz der Commerzbank, auszuüben. Finanz-Bürgermeister Christian Gangl sieht in dem Haus an der Ecke Bahnhof- und Gartenstraße ein „Schlüsselgrundstück für die Stadtentwicklung“.

So empfinden es auch die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat. „Wir können nicht nur von der Innenstadt-Entwicklung reden, wir müssen, wenn sich die Gelegenheit bietet, auch handeln“, sagte CDU-Fraktionschef Walter Arnold. „Auf so eine Chance muss man lange warten“, findet SPD-Fraktionssprecher Andreas Schneider-Dölker. Weil sich das ganze Gebiet im Umbruch befindet, so Ingrid Balzer, „muss man den großen Zusammenhang sehen und zugreifen“.

Den Liberalen sind solche Maßnahmen gegen privatwirtschaftliche Interessen wie Spitzgras, doch aus Sicht von FDP-Stadtrat Andreas Knapp ist „der Nutzen für die Stadt hoch“. Und wenn es schon Vorkaufsrechte gibt, „dann hier, wo denn dann“, so Knapp. Aus Sicht der Grünen erfordert es der Bebauungsplan, „dass die Stadt das Vorkaufsrecht für dieses Grundstück ausübt“, so Hans Grau.

Mit der Nachricht, dass die Stadt auch das Post-Areal an der Gartenstraße gekauft hat, rundete Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer den „guten Tag“ für die Sindelfinger Innenstadt ab. Gemeinsam mit dem Volksbank-Grundstück ist damit eine große städtebauliche Entwicklung zwischen Gartenstraße, Kleiner Mercedesstraße und Unterer Torgasse möglich.

Auf der Facebook-Seite der SZ/BZ waren die Reaktionen auf diese Nachricht gemischt. Marktbeschicker Christian Volz hofft, dass man jetzt „eine vernünftige Anbindung zwischen Innenstadt und Bahnhof hinbekommt“. Jörg Mornhinweg vom Gewerbe- und Handelsverein (GHV) kommentierte kurz und knapp: „Glückwunsch“.

Sorgen macht sich Facebook-Nutzer „Hei Ko“ um die Sindelfinger Briefträger. „Von wo starten die künftig?“ Nach früheren Überlegungen der Post könnte es sein, dass der Standort Gartenstraße auch nach einer Neubebauung beibehalten wird.

Das Post-Areal in der Sindelfinger Gartenstraße. Die Stadt hat das Grundstück jetzt gekauft und macht so den Weg für eine Neubebauung in diesem Bereich frei. Bild: Stampe/A