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Von Hansjörg Jung · 14.02.2018

"Ein anderes Wort für Solidarität"

Böblingen: Stefan Siller als Fastenredner beim 38. Böblinger Fischusppenessen

Viel Arbeit für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer beim Böblinger Fischsuppenessen in der ausverkauften Kongresshale. Bild: SDMG/Dettenmeyer

„Die Fischsuppe hier in Böblingen ist ein anderes Wort für Solidarität - einer der wichtigsten zivilgesellschaftlichen, humanitären Werte: Füreinander einstehen, Verantwortung übernehmen, helfen, wo Not ist unsere Stadt fühlt sich dem verpflichtet“, sagte Böblingens Erster Bürgermeister Tobias Heizmann in seiner Begrüßungsrede zum Fischsuppenessen. 365 000 Euro brachte das Fischuppenessen in den letzten 37 Jahren ein. Am Mittwochabend kamen knapp 2550 Euro aus den Spendensparschweinen hinzu, die in der Halle herumgereicht wurden. Ist die Fischsuppe erstmal abgerechnet, kommt noch ein erklecklicher Betrag dazu.
„Was gibt es Schöneres als lecker Essen für den guten Zweck?“, fragt Stefan Siller zu Beginn seiner Fastenrede beim 38. Böblinger Aschermittwoch-Fischsuppenessen die rund 900 Gäste in der ausverkauften Kongresshalle. Er räumt gleich darauf ein, dass einem das eine oder andere Schönere vielleicht doch noch in den Sinn kommen könnte. Siller, jahrzehntelang einer der begnadetsten Interviewer des SDR und später SWR in der Sendung „Leute“. Leute ließ der Journalist auch in seiner Fastenrede zu Wort kommen. Einer Rede, die von Verzicht und einem möglichen Erkenntnisgewinn handelt. Beziehungsweise davon, wann man in der jüngeren deutschen Geschichte vielleicht besser Verzicht geübt hätte – oder nach wie vor üben sollten. Dabei lässt er sich, den bekennenden Raucher nicht aus. Freimütig bekennt er: „Fasten ist mir, ehrlich gesagt, immer zu anstrengend. Ob beim Trinken, Essen oder auch Rauchen – ich komme immer nur bis fast. Anfangen ist eben leicht als aufzuhören.“ Das schlechte Gewissen spielt offenbar doch ein wenig mit, als Stefan Siller eine Anekdote mit Stuttgarts Alt-OB und Stadtphilosoph Manfred Rommel erzählt. Der wortgewaltige und feinsinnige Oberbürgermeister – obgleich alles andere als ein Permanent-Schlot wie Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt zu sein – hatte Siller zum Laster des Rauchens des Rauchens gratuliert. Auf die verblüffte Frage, wie er das Kompliment meine, sagte Rommel: „Sie sorgen mit Ihrem Rauchen dafür, dass mehr Steuer in die Staatskasse kommt und außerdem auch noch für eine Entlastung der Rentenkassen.“ - „Dafür verdienen die Raucher doch ein wenig mehr Toleranz“, fügte der Fastenredner in einer persönlichen und nicht zuletzt auch ironischen Anmerkung hinzu.

Was Stefan Siller noch zu sagen wusste, steht in der Donnerstagsausgabe der SZ/BZ.