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Peter Maier · 20.09.2020

Edwin Waldhier: Champion in allen Wertungen

Motorsport: Der 26-jährige Nufringer ist der große Gewinner der Porsche Sprint Challenge Central Europe

Der Nuftinger ist die Nummer eins der Porsche Sprint Central Challenge

Edwin Waldhier hat zum Saisonabschluss im tschechischen Most in der Porsche Sprint Challenge Central Europe abgeräumt. Nach Siegen im Sprint- und Ausdauerrennen gewann der Nufringer im Lechner-Porsche die Einzelsprint-, Team- und Endurance-Wertung.

Es war ein unfassbares Wochenende für Edwin Waldhier. Vor rund 100 Tagen hatte er als Super-Racer-Gewinner noch die Aussicht auf einen Fahrerplatz in der Porsche Sprint Challenge Central Europe (wir berichteten), nun hat der Nufringer alles abgeräumt, was man abräumen kann. „Ich kam, sah und siegte“, meint Waldhier mit einem Augenzwinkern. Genau so kann man es formulieren. Beim Tempo, mit dem sich die Dinge für den Mann entwickeln, kann einem fast schwindelig werden. Als Einsteiger über Erfolge bei virtuellen Rennen hat er die realen Pisten in der Porsche Sprint Challenge geradezu im Sturm erobert. Zum Abschluss in Most siegte er im Sprint und im Team-Wettbewerb über 100 Meilen.


Bereits im ersten Freitagstraining zeigte Waldhier, wozu er in der Lage ist, als er auf stark gebrauchten Reifen nur 0,09 Sekunden an der Vorjahrespolezeit vorbeifuhr. ,,Mit dem Freitag war ich sehr zufrieden, das Auto hat sich super angefühlt, die technisch anspruchsvolle Strecke in Most liegt mir gut und fährt sich nahezu eins zu eins wie im Simulator“, meinte Waldhier.


Schwierige Qualifikation


Die Qualifikation am Samstag gestaltete sich schwieriger als gedacht. Mit nur 0,017 Sekunden Abstand auf den Polesetter Marius Morosan schaffte es Waldhier erneut wie am Salzburgring auf Position zwei. Meisterschaftskonkurrent Sascha Halek, der mit zwei Punkten Vorsprung als Führender nach Most gereist war, belegte Platz drei. Somit wusste Waldhier, dass er im Rennen seinen Platz verteidigen muss, um punktgleich aufgrund der besseren Platzierung Meister zu werden.
Doch im Rennen ging sein Plan zunächst nicht auf. Waldhier verlor seinen zweiten Platz direkt am Start an Halek und war beim Anbremsen auf die erste Schikane zwischenzeitlich sogar schon Vierter. ,,Ich wusste natürlich, als ich aus der ersten Schikane als Dritter rausgekommen bin und Sascha vor mir gesehen habe, dass ich mir im Moment den Titel in die Haare schmieren kann. Danach war es für einen kurzen Moment brutal schwer, mein Selbstvertrauen weiter oben zu halten. Du sitzt im Auto und musst dir unter Stress und Druck einreden, dass du noch gewinnen kannst, solltest dabei aber wenn möglich das Auto ganz lassen.“
Doch Waldhier behielt die Nerven und blieb konzentriert. ,,Bereits fünf Kurven später konnte ich einen Fehler von Halek ausnutzen und mich vorbeidrücken. Dann war ich wieder im Rhythmus und habe mir bereits in der zweiten Runde auch gleich den führenden Morosan zurechtgelegt. Ich hatte nicht vor, es noch mal spannend zu machen.“


Waldhier beendete das Rennen souverän auf Platz eins, fuhr die schnellste Rennrunde und durfte sich als Champion feiern lassen. Die Party konnte aber noch nicht steigen. Der 26-Jährige hatte ein weiteres Ziel vor Augen. Mit seinem Kollegen Jonas Greif wollte er nun auch die Teamwertung gewinnen. Nach den starken ersten 50 Meilen von Greif, der das Auto im Ausdauerrennen mit nur wenigen Sekunden Rückstand auf Platz zwei in die Box brachte, konnte Waldhier so viel Druck auf den Führenden ausüben, dass dieser kurz vor Rennende einen Fehler machte. Waldhier zog vorbei und konnte so auch das Endurance-Rennen für das Team entscheiden.
Waldhier war nach diesem Triumph völlig überwältigt.


„Ich bin unfassbar dankbar für die Möglichkeit, die ich dieses Jahr bekommen habe mit dem Super-Racer-Projekt. Ich bedanke mich bei der Motorpresse Stuttgart, bei Jörg Schramm, Geschäftsführer der Firma Upgraded, der mich gescoutet hat, bei KW, Michelin und Raceroom und ganz besonders bei den Lechner-Brüdern Robert und Walter für ihren unermüdlichen Einsatz, dafür dass wir dieses Jahr überhaupt die Sprint Challenge fahren konnten und für die permanente Unterstützung in alle Richtungen und zu jeder Tageszeit. Lechner-Racing ist für mich nicht nur ein Rennstall, sondern hat sich für mich zu einer Familie entwickelt. Danke auch an meinen Carchief Tobi und meinen Ingenieur Hannes, die Arbeit mit euch habe ich sehr genossen. Ich habe dieses Jahr viele tolle Menschen kennenlernen dürfen, das Feedback war durchweg positiv, das freut mich sehr“, lauteten Waldhiers euphorische Dankesworte. Wie es bei dem Piloten nun weitergeht, wird sich in den nächsten drei Monaten zeigen. Er möchte sowohl der Porsche-Familie als auch Lechner-Racing erhalten bleiben. Das Team arbeite bereits an Plänen für die zukünftige Zusammenarbeit.