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Von unserem Redakteur 
Daniel Krauter · 11.09.2020

„Durch Sprache wird Macht ausgeübt“

Kreis Böblingen: SZ/BZ-Interview mit Gerlinde Feine, Geschäftsführende Pfarrerin an der Stadtkirche Böblingen, über geschlechtergerechte Sprache

  • Bild: Adobe Stock / Brigitte Bonaposta

  • Feine

Im Stuttgarter Rathaus könnte die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ bald der Vergangenheit angehören. Einer Vorlage nach soll nur noch geschlechtergerecht gesprochen werden. Die Böblinger Pfarrerin Gerlinde Feine rät den Gender-Kritikern zu etwas mehr Gelassenheit.

Die SZ/BZ sprach mit Gerlinde Feine über die Wirkung von Sprache.



Frau Feine, Sie hat der SZ/BZ-Standpunkt: „Geschlechtergerechte Sprache 
– Grüße aus Absurdistan“ ziemlich gestört. Was prangern Sie an?


Gerlinde Feine: „Die Sprache lenkt unsere Wahrnehmung. Ich mache mich beruflich wie privat schon seit vielen Jahren für gerechte Lebensverhältnisse stark. Geschlechtergerechtigkeit ist dabei ein unverzichtbarer Baustein. Dazu gehört auch eine Sprache, die  die verschiedenen Geschlechter abbildet und gleichstellt. Dies ist auch ein Zeichen der Höflichkeit und des 
Respekts. Denn in der Sprache spiegeln sich dieselben Machtverhältnisse wider, die es nun mal immer noch in unserer Gesellschaft gibt. Sprache legt nicht zwingend fest, was wir wahrnehmen, aber: Sie lenkt uns in eine bestimmte Richtung. Das generische Maskulinum ist insofern eindeutig parteiisch und lässt andere Geschlechter abseits des Männlichen außen vor, statt wirklich für sie stehen oder gar sprechen zu können.“


Sie raten den Gender-Kritikern zu etwas mehr Gelassenheit?


Gerlinde Feine: „Unbedingt. In unserer Gesellschaft werden doch auch verschiedene Dialekte gesprochen. Man erkennt an der Wortwahl nicht selten den Beruf oder das Hobby des Gegenübers. Begriffe aus der Jugendsprache werden übernommen, und wenn Menschen „Denglish“ reden, also englische Wörter großzügig ins Deutsche einstreuen, regt sich heute kaum noch jemand auf. Das gehört doch zu einer Demokratie, dass auch die Sprache „demokratisch“ ist.“



Der gesamte Artikel steht auf www.szbz.de