Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 03.08.2018

Druck-Unternehmen kommt unter Druck

Maichingen: Die Heer-Medien-Gruppe kämpft ums Überleben

Der geschäftsführende Gesellschafter Tino Heer (rechts) mit einem Mitarbeiter bei der Bewertung eines Druckergebnisses. Bild: z

Umsatzrückgänge und Preissteigerungen bei Papier und Energie rissen ein Millionen-Loch in die ohnehin enge Finanzplanung der Heer- Medien-Gruppe. Das Maichinger Druck-Unternehmen (Kataloge, Broschüren, Werbebeilagen) hat deshalb beim Amtsgericht Stuttgart den Antrag auf ein so genanntes Eigenverwaltungsverfahren gestellt.

Zu der Unternehmensgruppe gehören vor allem die Heer-Medienholding GmbH, die Körner-Druck GmbH & Co. KG, die WPM-Druck GmbH, die Walter-Digital GmbH und die Kraft-Premium GmbH mit rund 550Beschäftigten, drunter 227 in Maichingen.

Die Mitarbeiter, sagt Firmenchef Tino Heer, hätten ihre Juni-Gehälter noch pünktlich bekommen. Die Juli-Löhne kämen mit wenigen Tagen Verspätung in der nächsten Woche. Allerdings nicht vom Unternehmen, sondern als Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit.

Das vergangene Jahr sei schon schwierig gewesen, räumt der Geschäftsführer ein: "Die Entwicklung wurde zunehmend schlechter." Die Preise für das Drucken seien nach unten gegangen, die für Papier und Energie nach oben. Tino Heer: "Im Januar haben wir gesehen, dass wir etwas tun müssen."

Das Ergebnis sei ein ausgetüftelter Liquiditätsplan gewesen. Dieser sei anfangs auch aufgegangen. Urplötzlich seien aber im Mai, Juni und Juli die Umsätze eingebrochen und die Kosten explodiert: "Da standen wir vor einer Hürde, über die sind wir nicht mehr drüber gekommen. 20 Prozent Preissteigerung innerhalb eines Quartals allein beim Papier kann man nicht an die Kunden weitergeben." Bis dahin habe die Unternehmensgruppe jährlich für 30 Millionen Euro Papier gekauft.

Das Sanierungsverfahren für die Standorte Maichingen, Korntal-Münchingen, Nürnberg und Ettlingen werden die Stuttgarter Wirtschaftskanzlei Menold Bezler und die Insolvenzspezialisten der Kanzlei Schleich & Kollegen (Villingen-Schwenningen) begleiten. Vom Insolvenzgericht wurde Rechtsanwalt Martin Mucha aus der Kanzlei Grub, Brugger & Partner (Stuttgart) als Sachwalter eingesetzt.