Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






12.06.2018

Domo Novo: Nur Fragezeichen am Horizont

Sindelfingen: Ausschüsse verzichten auf einen Beschluss zu Domo Novo oder Alter AOK als mögliches Kulturzentrum / Stadträte hoffen auf Informationen am nächsten Montag

Bei Führungen rund um das ehemalige Einkaufszentrum Domo ist das Interesse der Bürgerschaft immer sehr groß (Bild: Jensen).

Kultur- und Sportauschuss haben auf einen Beschluss zur Frage Kultur- und Bürgerzentrum im Domo oder in der Alten AOK verzichtet. Denn für kommenden Montag hoffen etliche Stadträte auf entscheidende neue Informationen: Der Domo-Gewerbeflächen-Eigentümer Florian Leebmann will in nichtöffentlicher Sitzung der Lenkungsgruppe Rede und Antwort stehen.

Die Standortfrage eines Kultur- und Bürgerzentrums, die mit einem Beschluss des Gemeinderates am 26. Juni entschieden werden soll, wird vor ihrem vorläufigen Abschluss den Gremienvertreten allerdings noch mehr Sitzfleisch abverlangen als ohnehin eingeplant. So kündigte Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens an, dass Experten auch am 19. Juni nochmals zu einer gemeinsamen nichtöffentlichen Sitzung des Technik- und Umweltausschusses und des Verwaltungsausschusses erscheinen werden. Um die dort gewonnen Informationen in eine Entscheidung einfließen lassen zu können, wird es zusätzlich eine gemeinsame Sitzung beider Ausschüsse am Folgetag, dem 20. Juni geben. „Die angeforderten Experten sind eingeladen“, so Dr. Clemens. Im Verlauf der Debatte stellte sich heraus, dass mit „Experten“ auch Leebmann gemeint ist.
„Wir erhoffen uns vom kommenden Montag entscheidende Erkenntnisse“, sagte noch vor Eröffnung der Diskussion Grünen-Stadtrat Tobias Bacherle. Ohne gegenwärtig eindeutige Fakten- und Zahlenlage stellte er so den Antrag, den Beratungspunkt ganz von der Tagesordnung des Kultur- und Sportauschusses zu nehmen. Wofür es keine Mehrheit gab. Hintergrund der Experten-Ladung ist nicht zuletzt Uneinigkeit bei der Kostenschätzung für die unterschiedlichen Lösungen.
Klaus Philippscheck, als sachkundiger Einwohner Mitglied des Kulturausschusses, sagt, die von der Verwaltung für ihre Berechnungen zu Grunde gelegten 16,50 Euro pro Quadratmeter im Domo entsprächen einer Stuttgarter Top-Lage für Büroräume. Er gehe von der Hälfte, sogar eher weniger aus. Die Baubürgermeisterin dagegen verweist darauf, dass die Stadt nach der Bürgerinformationsveranstaltung am 5. Juli in der Stadthalle 2016 Florian Leebmann eine Mail mit den Grundlagen für ihre Kostenrechnung geschickt habe, die bis heute unwidersprochen sei. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von 22 Millionen Euro im Falle eines Erwerbs und Sanierung der Domo-Gewerbeflächen, und mit 40 Millionen bei einer auf 20 Jahre taxierten Mietlösung. Für die Lösung Abriss der Alten AOK und Neubau und Anmietung durch die Stadt geht die Verwaltung dagegen von 12 Millionen für 20 Jahre aus. Wie gehabt empfiehlt die Stadt auch deshalb das Areal Alte AOK als Standort für ein Kultur- und Bürgerzentrum. Kulturamtsleiter Horst Zecha unterstreicht, dass dies auch der bestehenden, dezentralen Kultur-Infrastruktur Sindelfingens und seiner Ortsteile entspreche.

(Der ausführliche Bericht steht am Mittwoch in der SZ/BZ.)