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Von Jürgen Haar und Matthias Staber · 15.05.2018

"Domo Novo ist drei Nummern zu groß"

Sindelfingen: Verwaltung ist für Kultur- und Bürgerzentrum an der Alten AOK / Domo-Quartier soll als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden / Grüne und Linke für Bürgerentscheid

Bild: Archiv

Die Sindelfinger Stadtverwaltung hat sich in der Frage für ein neues Kultur- und Bürgerzentrums klar für den Standort an der Alten AOK und gegen das Domo ausgesprochen. Mit diesem Vorschlag geht es im Juni in alle Ausschüsse des Gemeinderats, ehe am 26. Juni über das Kultur- und Bürgerzentrum entschieden wird.

Mit dieser Position wiederholt die Sindelfinger Rathausspitze ihre Empfehlung aus dem Jahr 2016. Die Stadtverwaltung sei damals mit einer "sorgfältigen und tiefgehenden" Untersuchung des Standorts Domo durch ein externes Gutachten beauftragt worden. Wie die rechtliche Untersuchung durch eine Anwaltskanzlei ergeben habe, sei eine detaillierte Untersuchung des Domo-Gebäudes ohne die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nicht möglich, so Vöhringer. Hintergrund: Im Domo-Gebäude befinden sich über 70 Wohneinheiten und Gewerbeflächen, die unterschiedlichen Eigentümern gehören.

Am Standort Alte AOK gibt es dringenden Handlungsbedarf, so der OB: Warum die Einrichtung eines Kulturzentrums im Domo nach Ansicht der Stadtverwaltung den Sindelfinger Haushalt sprengen würde, führt Kulturamtsleiter Horst Zecha aus: Die Anmietung des Domo-Gebäudes würde, gerechnet auf 20 Jahre, rund 40Millionen Euro kosten, Kauf und Sanierung über 20 Millionen Euro. Erste Schätzungen für Abriss und Neubau am AOK-Standort kämen hingegen auf rund zwölf Millionen Euro, so Zecha.

Der Standort Domo wäre jedoch nicht nur zu teuer, sondern auch zu groß, argumentiert Horst Zecha. Ein Bedarf von 10 000 Quadratmetern Fläche habe sich nicht aus der Umfrage bei den Sindelfinger Vereinen ablesen lassen, sagt Horst Zecha. "Domo Novo ist drei Nummer zu groß", findet OB Dr. Bernd Vöhringer.

Um das Projekt Domo Novo zu retten, wollen Grüne und Linke sowie SPD-Stadtrat Axel Finkelnburg einen Bürgerentscheid erreichen. "Wir müssen diese Frage an die Bürger zurückgeben, dann hat der Gemeinderat eine saubere Entscheidungsgrundlage", sagte Grünen-Stadtrat Tobias Bacherle.