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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 26.05.2017

Digitalisierung soll die Arbeit effizienter machen

Weil der Stadt: Das Autohaus Weeber präsentiert der Handwerkskammer Region Stuttgart seine Strategie Überholspur 2017

Wie digital ist das Handwerk? Um diese Frage geht es bei Firmenbesuchen der Handwerkskammer Region Stuttgart. In Weil der Stadt wurden das Autohaus Weeber und die Firma Velotraum besucht, um die Erfahrungen mit Internet und Betriebsprogrammen auszutauschen.

Das Autohaus Weeber ist vernetzt mit den Rechnern und Programmen der Autohersteller und hat eigene Programme für die Betriebsabwicklung entwickeln lassen.

„Wir haben vor zwei Jahren mit der Digitalisierung im Autohaus mit der Strategie Überholspur 2017 begonnen“, berichtete Andreas Weeber, Geschäftsführer des Autohauses mit 600 Mitarbeitern an den vier Standorten in Weil der Stadt, Leonberg, Herrenberg und Calw.

Von der Handwerkskammer kamen der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Bernd-Michael Hümer und der stellvertretende Kreishandwerksmeister des Kreises Böblingen, Hartmut Nietsch aus Aidlingen. Nina Steinhäuser vom Baden-Württembergischen Handwerkstag und Sandra Frings vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation gehörten dazu.

Die vergangenen zwei Jahre wurde mit der Vernetzung beim Autohaus Weeber intensiv gearbeitet. Auch die innerbetriebliche Kommunikation gehörte zum Themenbereich.

Friedrich Hiller, Leiter der Disposition Neuwagen bei Weeber, berichtete davon, dass am Anfang nicht alle von der Computertechnik begeistert waren. „Wir haben Autoverkäufer, die seit 35 Jahren erfolgreich Autos verkaufen. Auf die kam die Digitalisierung mit einer solchen Wucht, dass sie Schwierigkeiten damit bekamen“, erklärt Friedrich Hiller.

„Wir versprechen uns einen Effizienzgewinn, um überflüssige Tätigkeiten abzuschaffen und damit sich Leute mehr ums Kerngeschäft kümmern können“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Andreas Weeber. Auch die einzelnen Prozesse seien durch die Digitalisierung für alle transparent geworden.

Geschäftsführer Weeber erläuterte auch, dass die einzelnen Hersteller innerhalb des Konzerns wie VW, Audi und Skoda eigene Plattformen entwickelt haben. „Deshalb haben wir Schnittstellen geschaffen und Programme zusammengefasst“, erklärt er.

Manche Abläufe allerdings wurden aus der Digitalisierung ausgeklammert. Etwa beim Schadensmanagement die Telefonleitung zum Anwalt.

Als beispielhaft gilt beim Autohaus Weeber ein Mitarbeiter-Motivations-Portal. Wer sich besonders hervortut im Betrieb, etwa das Auto des Nachbarn morgens zum Service mitbringt, Verbesserungsvorschläge einbringt oder für eine gute Google- oder Facebook-Bewertung sorgt, der bekommt Punkte, die in Euro umgewandelt werden.

Als besonders wichtig gilt beim Autohaus Weeber das Online-Marketing. Erfolgreiche Verkaufsaktionen über Facebook sind seit eineinhalb Jahren die Regel.

Durch die Digitalisierung können Post-Mailings gezielt verschickt werden. „Wir haben dadurch eine sehr gute Rücklaufquote von sieben Prozent, früher bei den Massensendungen lag diese bei 0,5 Prozent“, sagt Andreas Weeber. Auch bei den Auszubildenden läuft die Dokumentation im Hintergrund digital.

Nur das fehlende schnelle Internet bereitet auch dem Autohaus Weeber Probleme. „Die Bandbreite ist ein großes Thema in der ganzen Region. Es ist traurig für ein Industrieland wie Deutschland, dass es daran mangelt“, betont Geschäftsführer Weeber.

Über die Digitalisierung im Autohaus Weeber in Weil der Stadt informierten sich Besucher der Handwerkskammer Stuttgart. In der Mitte links der stellvertretende Kammer-Hauptgeschäftsführer Bernd-Michael Hümer mit Geschäftsführer Andreas Weeber. Bild: Richter