Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






13.09.2018

Diese Werte sind gesundheitsgefährdend

„Sifi rockt“: Die Fans jubeln, die Anwohner fühlen sich gestört. Bild: Klein/A

zu: „Sindelfingen rockt“

Ich wundere mich über die Berichterstattung zu „Sindelfingen rockt“. Im SZ/BZ-Artikel vom 30. August wird behauptet, das „Luft nach oben“ sei. Die Werte werden an der Bühne mit 89 dB(A) und am Fenster mit 65 dB(A) angegeben. Es wird behauptet, das nach der Freizeitrichtlinie 70 dB(A) zulässig seien. Das ist definitiv falsch, die Richtlinie lässt im Gewebegebiet maximal nur 65 dB (A), in Kerngebieten und Mischgebieten sogar nur maximal 60 dB(A) zu. Der Marktplatz zählt mit Sicherheit nicht zu einem Industriegebiet in dem maximal 70 dB(A) zulässig wären.

Bei den Messwerten nach der Freizeitrichtlinie handelt es sich um eine logarithmische, zeitabhängige Mittelwertbildung. Bei der logarithmischen Mittelwertbildung werden Lärmpegel-Spitzen zum großen Teil unterdrückt werden. Die sind jedoch für das Lärmempfinden von erheblicher Bedeutung, deren getrennte Bewertung Berücksichtigung finden sollte. Bei Rockmusik können herausgefilterte Lärmpegel-Spitzen bis 10 dB(A) entstehen. Diese Werte sind gesundheitsgefährdend.

Erschreckend finde ich, wie selbstverständlich der Veranstalter und das Ordnungsamt in Kauf nehmen, dass Passanten, die gezwungen sind, sich am Rand des Marktplatzes aufzuhalten (die zum Beispiel auf den Bus warten) und die Anwohner diesem Lärmpegel ausgesetzt werden, obwohl das Einhalten der Lärmschutzrichtlinie relativ einfach ist.

Während man sich zu Beginn der Veranstaltungen auf dem Marktplatz noch ohne anzuschreien unterhalten und die Musik genießen konnte, ist das zwischenzeitlich meistens nicht mehr möglich – das trifft auch auf manchen Bühnen beim Sindelfinger Straßenfest zu.

Sollen etwa nicht schwerhörige Besucher von diesen öffentlichen Veranstaltungen ausgegrenzt werden?

Christoph Arnold, Sindelfingen