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Von unserem Redakteur 
Jürgen Wegner · 28.01.2020

„Die Kliniken sind gut vorbereitet“

Der Klinikverbund Südwest rät beim Thema Coronavirus zu Gelassenheit

Coronavirus: Der Klinikverbund Südwest rät zur Versachlichung des Themas. Bild: Adobe Stock - Angeliodeco

„Wir sind gut vorbereitet“, sagt der Pressesprecher des Klinikverbunds Südwest, Ingo Matheus, nachdem der erste Corona-Fall Bayern erreicht hat. Vor allem aber rät er zur Versachlichung des Themas. In den Häusern des Verbunds ändert sich erst einmal gar nichts.

Etwa seit 14 Tagen befassen sich die Kliniken in Sindelfingen, Böblingen, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Calw mit dem Thema. Das Resultat der Analyse ist, dass es keinen Grund gebe, das Haus auf den Kopf zu stellen. Ingo Matheus: „Bei uns werden Patienten schon heute in Isolationszimmern behandelt, zum Beispiel bei schweren Magen-Darm- oder Grippe-Erkrankungen.“

Insgesamt, so Ingo Matheus, ordnet das Robert-Koch-Institut das Risiko einer Infektion als „sehr gering“ ein. Außerdem ist er froh darüber, „dass die Menschen ruhig bleiben und nicht in Hysterie ausbrechen. Denn das würde auch zu Lasten aller anderer Patienten gehen.“ Dennoch bekamen die Mitarbeiter aller Standorte Handlungsempfehlungen. Ausgegeben hat diese Dr. Thilo Rünz, Chefarzt des verbundeigenen Instituts für Laboratoriums-, Transfusionsmedizin und Mikrobiologie sowie der Fachabteilung für Hygiene und Infektionsprävention.

 

Bei diesen Verfahrensanweisungen geht es beispielsweise um Diagnostik, Therapie, Schutz und Hygiene, aber auch um die Meldepflicht und Dokumentation. „Hier orientieren wir uns neben den ohnehin in Kliniken existierenden Pandemieplänen an den aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, welches zudem tagesaktuell zur Sachlage informiert“, sagt Ingo Matheus. Teil der Anamnese sei auch, dass der Arzt sich über die Reisegewohnheiten informiert, denn die Symptome seien nicht anders als bei einem Grippepatienten – wobei die Grippesaison jetzt anziehe unter anderem auch, wegen der Fasnetszeit.

 

Konkret bedeutet das für die Arbeit im Krankenhaus: Sollte es Hinweise auf eine akute Infektion geben und der Patient sich bis zwei Wochen vor Erkrankung im Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu einem bestätigten Corona-Fall gehabt haben, kommt er ins Isolierzimmer mit Schleuse. Der Fall wird dann dem Gesundheitsamt gemeldet, anschließend beginnt die Diagnostik und bei Bestätigung die Therapie. Ingo Matheus: „Insgesamt plädieren wir sehr für eine Versachlichung der Diskussion.“

 

Das Robert-Koch-Institut gibt auf der Internetseite https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.htmlAntworten zu den am meisten gestellten Fragen