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Von unserem Mitarbeiter Bernd Heiden · 16.06.2019

Die große Fete mit Santana und mal ohne Samba

Sindelfingen: Zum 43. internationalen Straßenfest stand mit Andrea Santana erstmals eine Frau an der Organisations-Spitze / Lebensmittelkontrolle schließt einen Getränkestand

  • Doris Tevnan, ehemalige stellvertrtretende Vorsitzende des Straßenfest-Vereins, mit der aktuellen Vorsitzenden Andrea- Santana und deren Vorgänger Reiner Schill. Bilder: Heiden

  • Die portugiesische Trommelgruppe Zes Pereiras aus Pforzheim auf dem Wettbachplatz.

  • Zumba-Fitness mit dem Tanzprojekt Flugfeld Move auf dem Marktplatz.

Das Internationale Straßenfest 2019 ist Geschichte. Bei allseits gelobten Wetterbedingungen nebst kleiner Starkregeneinlage am Samstag kurz vor Mitternacht strömten die Massen an drei Tagen mitten den Pfingstferien in die Innenstadt. Andrea Santana erlebte die 43. Auflage erstmals als Vorsitzende des Vereins Internationales Straßenfest Sindelfingen (ISF).

Nach dem 42. Straßenfest war Andrea Santana zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Nun, einen Tag nach der Eröffnung merkt man ihr an, mit dem absolvierten Freitag-Bühnenauftritt mit offizieller Eröffnungsrede, ist eine tonnenschwere Last von ihren Schultern abgefallen. Beim Interview gibt sie am Samstagmittag zu: Die vermeintlich typische Vorsitzendenrolle, in der 1. Reihe stehen und Reden schwingen, ist eigentlich gar nicht ihr Ding. „Ich bin kein Typ, der sich in den Vordergrund stellt.“


Vor ihrer Funktion als ISF-Vorsitzende war sie im Vorstand als Schriftführerin. Eigentlich hatte sie vor, mit dem Rückzug von Reiner Schill und ihrer Mutter Doris Tevnan als stellvertretende Vorsitzende ebenfalls aufzuhören. Nach einigem Hin- und Herbedenken hat sie den Vorsitzenden-Job schließlich angenommen. Und ja, man hat ihr zugesichert: Andrea, du wirst dich daran gewöhnen, vorne zu stehen. „Ich habe gesagt, ich probiere es. Wenn's Spaß macht, mache ich weiter“, erzählt sie, von Beruf Event-Managerin.


Mit etwa 24 Grad herrschen am Samstagnachmittag ideale Fest-Temperaturen. Und die Vorsitzende ist entspannt. „Es läuft doch. Im Hintergrund tun alle, was sie tun sollen“, verweist sie auf das starke Team, das hinter ihr steht. Zwischendurch wird zwar mal ein Anruf eines Anwohners auf ihr Smartphone gestellt, der in seine Garage im Festgelände fahren will. Aber das bringt sie nicht aus der Ruhe. „Nein, das dürfen sie nicht“, erklärt sie geduldig.


Mit 137 Ständen in etwa so bestückt wie zuletzt, wurden die Stände indes teils etwas anders verteilt - Was bei manchem Besucher den irrigen Eindruck erweckt, es wären weniger. Dazu fehlt erstmals seit gefühlt ewigen Zeiten die Samba-Truppe der Escola de Samba an der Martinskirche. „Ich bin vorsichtig, jedes Jahr die selbe Band zu engagieren“, erklärt zur Samba-Sache die Vorsitzende und ergänzt: „Das ist auch eine Kostenfrage.“


Nochmal besonders ins Zeugs geworfen hatten sich dieses Jahr der Sindelfinger Portugiesenverein A.R.P.S.: Er feiert dieses Jahre sein 50-jähriges Bestehen. Der Wettbachplatz präsentiert sich so als „Klein Lissabon“ mit Lampion- und Girlandenschmuck, mit dem Duo Oasis gibt's erstmals auf dem Brunnenpodest portugiesische Musik, aus dem portugiesischen Abrantes kam eigens DJ Paul S., erstmals marschierte auch die bunt kostümierte Gruppe „Marches Populares“ aus Bad Liebenzell übers Straßenfest.


Während die dreißig helfenden Vereinsmitglieder um Präsident Pedro Loureiro den Samstag als zunächst etwas lau erleben, war unter ihnen ab 17 Uhr Gestöhne zu vernehmen: Der Andrang sei kaum zu bewältigen. 55 000 bis 58 000, erstmals über Klickerzählung erfasste Besucher für den Samstag zur Spitzenzeit stellt sonntags zur Festbilanz Andrea Santana fest. „Für die Ferienzeit super“, so die Vorsitzende.


„Total friedlich“, zieht auch der Chef der ISF-Ordnertruppe, der 2. stellvertretende ISF-Vorsitzende Mesut Özönmesz ein hochzufriedenes Fazit. Der Samstagnacht um 23.45 Uhr einsetzende Starkregen sei zum richtigen Zeitpunkt gekommen, erklärt ISF-Schriftführerin Marion Marino: 23.30 Uhr gelte für die Bands als offizielles Spielende. ISF-Vize Florian Hellmig berichtet von 70 Ständen, die die Lebensmittelkonrolle des Gesundheitsamts geprüft habe. Dabei habe auf Anweisung der Kontrolleure ein Getränkestand in der Planie abgebaut werden müssen.


Der komplette Artikel steht am Montag in der SZ/BZ und auf www.szbz.de