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Von Dirk Hamann · 23.07.2019

Die Bürgerschaft muss mitgenommen werden

Kommentar

Streitpunkt Flüchtlingsunterkunft: In Schönaich soll der frisch gewählte Gemeinderat in seiner Sitzung am heutigen Dienstag eine weitreichende Entscheidung treffen. Er soll im Eilverfahren grünes Licht für den Bau einer neuen Flüchtlingsunterkunft mit rund 40 Plätzen geben, dazu beschließen, in welcher Form diese gebaut und an welchem Standort sie errichtet werden soll. Und dazu Mittel in Höhe von 3 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Nötig ist dieser Neubau, weil der Mietvertrag für die Pension Schönbuch, die seit geraumer Zeit als Unterbringung für Flüchtlinge dient, ausläuft.

Schönaich ist in die missliche Lage geraten, möglichst schnell eine weitere, neue Unterbringung bauen zu müssen, weil man mit dem Eigentümer der dafür angemieteten Immobilie in der Böblinger Straße offensichtlich über Kreuz liegt. Doch nicht nur Eile ist geboten. Sondern auch Weitsicht. Denn das Thema „Flüchtlingsunterbringung“ ist noch immer eines, das Bürger beschäftigt, bei vielen Ängste auslöst. So auch in Schönaich. Dort sind Bewohner im Neubaugebiet „Westrand“ aufgeschreckt, als sie eher beiläufig erfahren haben, dass in ihrer Nachbarschaft, dazu in Spielplatznähe, wie von der Verwaltung favorisiert, eine Unterbringung gebaut werden könnte.

Mag sein, dass die Sorgen der Bürger im Westrand unberechtigt sind. Mag auch sein, dass sie weder ein Anrecht darauf haben, keine Flüchtlingsunterkunft in ihrer Nähe vorzufinden, noch, dass eine solche Einrichtung einmal irgendwelche Probleme hervorrufen würde. Gleichwohl darf die Entscheidung über deren Bau nicht einfach so über ihre Köpfe hinweg getroffen werden. Andere Städte und Gemeinden in der Nachbarschaft haben in den vergangen Jahren gezeigt, wie es viel besser geht. Die Verwaltung hat zu Informationsabenden eingeladen, Befürchtungen der Anwohner angehört, im Dialog vor Ort für Beruhigung gesorgt. Und dann relativ geräuschlos entschieden. Die Bürgerschaft will und muss auch in Schönaich mitgenommen werden, gerade bei so einem heiklen Thema.

dirk.hamann@szbz.de