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Von Matthias Haug · 23.11.2021

Die Bow-Tie Bigband in der Renninger Stegwiesenhalle

Uraufführung von Karl Farrents Corona-Suite „Vision 20/21“

Die Bow-Tie Bigband in der Renninger Stegwiesenhalle. Bild: z

Renningen. Zugegeben: Die aktuelle Corona-Lage hinterlässt bei jedem Veranstalter ein mulmiges Gefühl. Unter 2G-Bedingungen hat die Renninger Bow-Tie Bigband das lange geplante Konzert durchgeführt. „Ich bin definitiv dankbar, dass wir nach zwei Jahren endlich wieder mit unserem Bandleader Karl Farrent ein Konzert in unserem ‚Wohnzimmer‘ Stegwiesenhalle geben durften“, sagte Bandmanager Matthias Hartmann.


Das eigens erarbeitete und letztlich umgesetzte Hygienekonzept wurde bereits vor Wochen als 2G-Konzept mit limitierter Besucherzahl geplant. Am Ende konnten die Musiker vor einer fast voll besetzten Halle spielen. Nicht selbstverständlich in diesen Zeiten. „Mir war von Anfang an wichtig, dass wir zum Schutz unserer Gäste, der Helfer und der Band ein sehr strenges Konzept verfolgen“, betonte Hartmann. Die Besucher wurden mit über zwei Stunden vorzüglicher Musik belohnt – inklusive der eigens von Karl Farrent komponierten Corona-Suite „Vision 20/21“.


Nach dem kurzen und schwungvollen „Bow-Tie Opening“ machte sich die Band an die insgesamt fünf Sätze der Suite. „Dance Macabre“ beschrieb die erste Phase des sich verbreitenden Virus, „Flawless“ war mit eingebautem „3/4-Stolperer“ wunderbarer Spiegel des damaligen Gefühls, „Rock Pidgeon“ kam als krummer Rock-Disco-Funk daher und spielte mit einer Melodie, die Karl Farrent während des Schreibens von einer akkurat im Takt  pfeifenden Taube vernahm. Der vierte Teil, „Lockdown Blues“, verarbeitete die Zeit des Zuhause-Sitzens und Nichtstuns.


Der Schlussteil „Rico Ora Vez“ ist ein karnevalartiger Latin-Groove. Eigentlich beschwingt und fast überschwänglich, dennoch bis zum Ende hin leicht chaotisch. „Dieser Teil repräsentiert die aktuelle Situation“, erklärte Karl Farrent. In allen Teilen brillierten die Solisten am Saxophon (Jonas Kuhn), Trompete (Olli Schulz), Posaune (Axel Salden), Flügelhorn (Karl Farrent) und Schlagzeug/Percussion (Matthias Haug, Olli Berthold). Der anschließende nicht enden wollende Applaus würdigte das Auftragswerk Farrents, das er übrigens auf Grundlage einer bandinternen „Crowdfunding“-Aktion im Auftrag komponiert hatte. Neben dem musikalischen Mehrwert zudem eine schöne Geste der 20 Musiker.


„Quincy & The Count“ schloss sich an und ist eine Hommage der kürzlich verstorbenen Jazz-Legende Sammy Nestico. „Ein Idol von mir“, wie Farrent das Publikum wissen ließ. Gitarrist Fabian Pfeifroth-Brumm hatte seinen großen beim reinen Combo-Stück „Still Got The Blues“ von Gary Moore. Der ebenfalls vor längerer Zeit verstorbene Bluesgitarrist hätts eine Freude gehabt und sich würdig interpretiert gefühlt. Mit dem Musical-Stück „Almost Like Being in Love“ hatte Sängerin Beata Ruxton ihre Aufwartung und verabschiedete Band und Publikum in die Pause.


„Song for Gue“ eröffnete das zweite Set. Komponiert wurde der im Off-Beat gehaltene Song von Klaus-Peter Schöpfer zu Ehren seines Bruders Günter. Schöpfer ist Gitarrist und Bandkollege von Karl Farrent bei der SWR Big Band und ein langjähriger Freund der Bow-Tie Bigband (folgerichtig gefeatured von Fabian Pfeifroth-Brumm, Gitarre und Axel Salden, Posaune). Die Latin-Weise „Chu Cho“ ist eines der in der Vergangenheit schon öfter dargebotenen Stücke. Als Solisten glänzten Leonhard Riedißer (Saxophon), Chris Back (Posaune) und Klemens Kossok (Saxophon), während die folgenden Nummern „Kribbeln im Bauch“, geschrieben von Farrents geschätzter Kollegin Pe Werner, und „Moondance“ in einer Halfshuffle-Version erstmals den Weg in die Setlist fanden und das Publikum verzauberten. „Soulful“ fügte sich nahtlos an und ist eine Original-Komposition von Karl Farrent. „Ich träume immer noch davon einen Hit zu schreiben, dass ich mich in der Südsee niederlassen kann“, scherzte Karl Farrent. „Ich habe auch schon ein paar an Helene Fischer geschickt, aber die kamen immer mit ‚unbekannt verzogen‘ zurück.“

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