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Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter · 04.09.2018

„Die 1000 Glotzböbbel des Dr. Mabuse“

Weil der Stadt: Die schwäbische Fassung des Filmklassikers von Dodokay im Kino

Bild: Richter

Er trifft eigentlich immer den richtigen (schwäbischen) Ton und bringt die Leute zum Lachen. So im Anschluss an die Premiere seines neuesten schwäbisch synchronisierten Film „Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse“, der in der Originalfassung „Die 1000 Augen des Dr. Marbuse“ heißt.

Wer eine original Übersetzung ins Schwäbische erwartet hat, der muss umdenken. Im neuen Dr. Marbuse auf Schwäbisch geht es um den „Gelben Sack“ und auch Handys sind schon in Gebrauch. Über Hundert Besucher kamen nach Weil der Stadt ins Kino-Center, um 90 Minuten lang beim Dodokay-Film zu lachen. Danach beantwortete der Schwaben-Star Fragen.

Kinobesitzer Wolfgang Mareczek hatte den Film bereits vor der offiziellen Premiere an zwei Abenden im Rahmen des Sommernachtskinos in seiner Kulisse, einem Szenekino im Weil der Städter Gewerbegebiet, als Vorpremiere laufen lassen. Beide Abende waren ausverkauft.

Dominik Kuhn, wie Dodokay richtig heißt, ist in einem kleinen Dorf bei Reutlingen zu Hause. Im Fernsehen war er schon mit seiner „Welt auf Schwäbisch“ zu sehen und er geht auch auf Tournee. Im Oktober beginnt sein neues Programm „Genau mein Ding“.

Er würde gerne auch noch weitere Kinofilme ins Schwäbische synchronisieren, wenn die Filmrechte nicht so teuer wären. Auf die Frage eines Zuschauers in Weil der Stadt, wie lange er für die Synchronisierung dieses Films gebraucht hat, antwortet er: drei Monate.

Beim Mabuse-Film, der bei Dodokay in Stuttgart spielt, steht die Polizei vor einem Rätsel: Stuttgart wird von einer Verbrechensserie erschüttert. Gert Fröbe ist jetzt Kommissar Krass und Peter van Eyck ein Millionär. Dawn Addams ist die selbstmordgefährdete Sabine und Wolfgang Preiss der Internet-Betreiber Sackerberg. Die geheime Schaltzentrale ist im Hotel „Zum güldenen Grasdackel“ zu finden.

Im nächsten Jahr wird Dominik Kuhn 50. Weil sein Spitzname schon immer Dodo war und er sich im jugendlichen Wahn Dodo K. nannte, wurde sprachgebräuchlich daraus Dodokay.

Als YouTuber in Schwäbisch fing seine Karriere Anfang des Jahrtausends an. Dann kam das Fernsehen. Im SWR bekam er eine eigene Show. Beim privaten Radiosender „Antenne 1“ ist er mal Schwäbman, Frau Hügele und der Spiderman aus Neckarsulm. Bei seiner Synchronisation wurde der Bundestag zum schwäbischen Verein SV49 und nur dort spricht Angela Merkel schwäbisch.

Ob er mal jemand auch anders als Schwäbisch hat sprechen lassen, fragt einer in Weil der Stadt. „Ja, Oettinger“, kommt spontan die Antwort. Klar, der ist ja auch Spezialist für Englisch. Auch Sächsisch hat er mal probiert. Aber er gibt offen zu: „Das kann ich nicht“.

Einige der Zuschauer bedauern, dass Dodokay nicht mehr regelmäßig im Fernsehen zu sehen ist. Wie er auf die Story für den Film gekommen sei, will jemand wissen. „Ich habe festgestellt, dass es immer dann lustig ist, wenn ich es total blöd mach“, erzählt Dodokay. Marbuse sei nicht der beste Film von Fritz Lang gewesen. So sei er stolz, dass sein Film eine Handlung habe. Lachen im Publikum. 48 Szenen habe er synchronisiert und zusammengeschnitten.

Als die Autogrammkarten später auszugehen drohen, fragt er seine Mitarbeiterin, ob das alle seien. Aber es reicht gerade so und viele wollen auch ein Selfie.

Info

Der Film „1000 Glotzböbbel des Dr. Marbuse läuft im Kino-Center Weil der Stadt täglich um 20.15 Uhr, im Böblinger Bärenkino heute um 17 und 20 Uhr, im Sindelfinger Cinemaxx um 17.30 und 20 Uhr und im Leonberger Traumpalast um 14.45 und 20.15 Uhr.