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Frank Häusler · 08.08.2019

Der Vater "schwebt auf Wolke sieben"

Reiten: Hohe Eichen-Fahrer Jens Motteler gewinnt in Schwanau-Ottenheim den Landestitel

Mit der Goldmedaille im Gepäck und als frischgebackener Einspänner-Landesmeister kehrte der Gärtringer Jens Motteler aus Schwanau-Ottenheim zurück. Vier Jahre nach dem U25-Titel für den 27-Jährigen jetzt sein erster Coup unter den Topfahrern des Landes.

Nachdem Jens Motteler (PSV Hohe Eichen Gärtringen) 2015 schon einmal in der U25-Altersklasse den Landesmeister-Titel holte, war er jetzt in Schwanau-Ottenheim im Hauptfeld der besten baden-württembergischen Einspänner-Fahrer nicht zu schlagen. Da Motteler mit seinem Paradepferd Charlott schon vor wenigen Wochen in Schwaiganger bei den landesoffenen Meisterschaften in Bayern ganz an die Spitze fuhr, galt er auch jetzt in Ottenheim zu den erweiterten Favoriten.


Dass auch Lokalmatador und Topfavorit Philipp Faißt (RFV Ottenheim) geschlagen werden konnte, überraschte dennoch ein wenig. Faißt galt mit immerhin acht Landestiteln und zuletzt drei Gold-Fahrten in Folge vor heimischer Kulisse eigentlich als unschlagbar. „Uns ist dann gleich im Dressurfahren ein astreiner Auftritt gelungen, das muss die Konkurrenz geschockt haben“, sagte Jens Motteler und blickte augenzwinkernd hinüber zu seiner beim Dressur- und abschließenden Hindernisfahren als offizielle Pflicht-Beifahrerin mit auf dem Kutschbock gesessenen Freundin Sabrina Kiefer. Im dritten Teilwettbewerb, dem ebenfalls in Klasse S ausgetragenen Geländefahren, fuhr als Beifahrer Hohe Eichen-Vereinschef Herbert Rauser auf der robusten Motteler-Kutsche mit.


Hinter einer Kutsche aus Hessen fuhr auch im schweren Ottenheimer Gelände das Gärtringer Gespann das beste baden-württembergische Ergebnis nach Hause. Am Ende brachte es Jens Motteler gemeinsam mit seiner 13 Jahre alten Candillo-Stute Charlott auf 111,55 Punkte und gewann mit über acht Zählern vor Rolf Saar (RFV Sinzheim) und Philipp Faißt, der nur auf dem Bronze-Platz landete, die S-Gesamtgesamtprüfung und damit auch Landes-Gold. „Ich schwebe als Vater jetzt auf Wolke sieben“, meinte derweil am Tag darauf in Gärtringen ein stolzer Jörg Motteler. Der 54-Jährige hatte bis vor wenigen Jahren selbst häufig Einspänner-Landesmeisterschaften bestritten und kehrte mit zwei Bronze-Medaillen und dreimal mit dem Vizetitel wieder heim. Mit einer Silbermedaille letztmals 2016. Nur die Goldene blieb Jörg Motteler immer verwehrt. Sohnemann Jens, der bereits in Ottenheim auf der Geländestrecke von zahlreichen Schlachtenbummlern aus Gärtringen Unterstützung bekam, wurde daheim auf dem Motteler-Hof ein entsprechender Empfang bereitet. Unter den Zweispännern blieb in Ottenheim unterdessen Eberhard Schäfer von der benachbarten Fahrsportgruppe Gärtringen etwas glücklos und verpasste als Fünfter den Sprung aufs Treppchen. Da aber auch Routinier Schäfer (59) bereits im Frühsommer bei den Vierspänner-Großpferden baden-württembergische Meister wurde, wird Gärtringen spätestens jetzt mit Jens Mottelers Erfolg hierzulande wieder als schlagkräftige Fahrerhochburg im Lande wahrgenommen. Zwei Goldmedaillen in einem Jahr, das kann sich allemal sehen lassen.