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Von unserem Mitarbeiter Konrad Buck · 12.01.2018

Der Umweg kostet auch noch mehr

Gärtringen / Nufringen: Kritik am Fahrplan der neu geplanten Buslinie in Rohrau

Ein neues ÖPNV-Angebot für Beschäftigte in den Nufringer Gewerbegebieten, aber ein Umweg über Nufringen und höhere Kosten für Rohrauer Fahrgäste, die nach Gärtringen gelangen wollen: Die neu strukturierte Buslinie 753 steht in der Kritik.

Die neue Linienführung soll dazu dienen, auch die Nufringer Gewerbegebiete Buchen und Gründen ans ÖPNV-Netz anzuschließen – denn der Fußweg von den Gewerbegebieten zur Nufringer S-Bahn-Station ist jeweils relativ lang. Morgens kommen die Fahrgäste ebenso auf direktem Wege von Rohrau nach Gärtringen wie nachmittags und abends wieder heimwärts.

Wer aber nach der morgendlichen Hauptverkehrszeit von Rohrau nach Gärtringen (oder morgens von Gärtringen nach Rohrau) fahren will, muss die Schleife über Nufringen in Kauf nehmen – wodurch sich die Fahrtzeit von rund fünf auf 15 Minuten erhöht, was nicht allen Fahrgästen behagt.

Ein weiteres Manko liegt im Fahrpreis: Während die ÖPNV-Kunden für die direkten Fahrten zwischen Gärtringen und Rohrau nur den Kurzstreckentarif in Höhe von 1,40 Euro bezahlen müssen, werden nun 2,50 Euro für eine VVS-Zone fällig, wenn man von Rohrau via Nufringen nach Gärtringen unterwegs ist.

„Darüber haben sich viele Leute aufgeregt“, berichtet Busfahrer Elvis Wolfschlag. Denn zusätzlich zu der längeren Fahrtzeit sollen die Rohrauer für den Umweg via Nufringen auch noch rund doppelt so viel wie bisher für eine Fahrt nach Gärtringen bezahlen (im vergangenen Jahr lag der Preis für eine Kurzstrecke noch bei 1,30 Euro). „Manche Flüchtlinge, die den vom Arbeitskreis ‚Menschen kommen an‘ angebotenen freiwilligen Deutschkurs in Gärtringen besuchen, überlegen sich, ob dies fünf Euro wert ist“, schildert Matthias Steinmann eine der Auswirkungen. Der Ruhestandspfarrer nutzt ebenfalls hin und wieder diese Verbindung und war beim ersten Mal überrascht, dass die Schleife über Nufringen in den Fahrplan integriert worden ist. „Damals hat mich der Fahrer extra noch zum Bahnhof Nufringen chauffiert“, erzählt Steinmann.