Nachrichten
Bilder
Videos
Abo-Service und Anzeigen
Themen und Portale

Job

Termine und Veranstaltungen
Über uns






Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 28.01.2010

Der Textil-Osten wird aufgemöbelt

Sindelfingen: Hofmeister investiert auf dem ehemaligen Sütex-Gelände 50 Millionen Euro in ein neues Einrichtungshaus

Die Hofmeister GmbH (Bietigheim) will im Sindelfinger Osten 50 Millionen Euro investieren und auf dem Gelände der ehemaligen Textil-Einkaufsgenossenschaft Sütex ein Möbelhaus bauen. Dies teilten gestern Geschäftsführer Frank Hofmeister und Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer mit.

 

Hofmeister hat das knapp 3,5 Hektar große Anwesen aus der Sütex-Insolvenzmasse erworben. Er will dort ein Möbelhaus mit 50 000 Quadratmeter Verkaufs- und Ausstellungsfläche auf drei Etagen errichten. Außerdem wird eine Tiefgarage mit etwa 1000 Stellplätzen sowie 180 Stellplätze im Freien geplant.

 

Das Haus ist heute teilweise vermietet. Die Verträge der Firmen - ein knappes Dutzend vom Autohändler bis zum Personalverleih - werde ordentlich gekündigt. Allerdings wolle er mit kurz laufenden Verträgen auch noch Mieter aufnehmen, um das Haus vorübergehend besser auszulasten, sagte Frank Hofmeister (Bild: Reichert) im Gespräch mit der SZ/BZ.

 

Er rechnet damit, dass er die Baugenehmigung bis in etwa einem Jahr in den Händen halten wird. Der Abriss der Sütex-Verwaltungs- und -lagergebäude werde zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen, der Neubau weitere zwölf Monate: "Daraus folgt, dass wir unser Wohnzentrum in zweieinhalb bis drei Jahren eröffnen können."

 

Das Unternehmen beschäftigt heute in seinen Einrichtungshäusern in Bietigheim und Leonberg zusammen 1000 Mitarbeiter und erreicht 150 Millionen Euro Jahresumsatz. In Sindelfingen sollen 400 Mitarbeiter (330 bis 350 Vollzeitstellen) hinzukommen.

 

Ausschlaggebend für Sindelfingen als Standort sei einerseits ein Gutachten gewesen, nach dem es in der Stadt noch Bedarf für ein leistungsfähiges Möbelhaus gebe, andererseits handele es sich beim von der Textilwirtschaft geprägten Sindelfinger Osten um einen der südlichsten Zipfel der Region, in dem großflächiger Einzelhandel zugelassen ist. Frank Hofmeister: "In Leinfelden-Echterdingen dürften wir so nicht bauen." Hinzu komme die hohe Kaufkraft, die "natürlich hohe Kundenfrequenz" in unmittelbarer Nachbarschaft zum Breuningerland und die gute Verkehrsanbindung, vor allem wenn die A 81 zwischen Gärtringen und Sindelfingen-Ost ausgebaut sei. Den Standort Sindelfingen habe man bereits zusammen mit dem im Februar 2009 eröffneten Haus in Leonberg entwickelt.

 

OB: keine Probleme mit den Plänen

 

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Sindelfingen hat im Jahr 2008 eine Nutzungskonzeption erarbeitet, nach dem die Ost-Stadt als Mode- und Dienstleistungszentrum ausgebaut werden soll. Ein Punkt in der Konzeption, so Wirtschaftsförderer Dr. Olaf Krüger, sei die kurzfristige Weiterentwicklung des Sütex-Areals. Der Einkaufsverbund Sütex, zuletzt eine Aktiengesellschaft mit knapp 700 Aktionären (vorwiegend kleinere Modegeschäfte) steckt seit 2001 in einem Insolvenzverfahren und musste 2002 den Betrieb - den Einkauf und die Auslieferung für Aktionäre und andere Kunden - einstellen.

 

Die jetzigen Hofmeister-Pläne gehen laut Dr. Krüger mit den Vorgaben der Regionalplanung konform. "Deswegen", so Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer, "rechnen wir nicht damit, dass es bei der Genehmigung Schwierigkeiten gibt." Der Sindelfinger OB sieht in der Standortentscheidung von Hofmeister "in Krisenzeiten ein ganz wichtiges Signal für die Stadt und den gesamten Raum". Sindelfingen werde damit als Einkaufsstandort weiter aufgewertet.

 

So stellt sich Frank Hofmeister sein neues Möbelhaus in Sindelfingen vor. Bild: z