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Von unserem Mitarbeiter Tobias Schmid · 20.11.2009

Der Nikolaus geht von der Bühne

Weil der Stadt: Nach 15 Jahren Engagement für die Kinderkrebshilfe zieht sich Rainer Herrmann zurück

Seit 1994 hat Rainer Herrmann über 200 000 Euro für das Stuttgarter Olgahospital gesammelt. Nun muss er aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten, seine Initiative "Ein Herz fürs Olgäle" wird aber trotzdem fortgesetzt.

 

15 Jahre lang ist Rainer Herrmann durch die Region getourt und hat Spenden für "sein" Olgäle gesammelt, wie das Olgahospital in Stuttgart liebevoll genannt wird. Als Nikolaus ging er in Firmen und Schulen, unter dem Jahr zog er Verkaufsaktionen auf oder machte aus sommerlichen Vereinsfeiern Benefizaktionen für die Kinderkrebshilfe (die SZ/BZ hat mehrfach berichtet).

 

Der Erfolg gab ihm Recht: Immer größer wurden die Summen, die der unermüdliche Trommler für die gute Sache dem Olgäle überreichen konnte, damit dort Räume ausgerüstet, Spielzeug oder Zusatzbetten für Mütter angeschafft werden konnten. In diesem Jahr hat Herrmann die Grenze von 200 000 Euro überschritten. Allerdings wird der 69-Jährige seine vielfältigen Tätigkeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können.

 

Hans-Josef Straub, Bürgermeister in Weil der Stadt, würdigte zum Abschied Herrmanns ehrenamtliche Arbeit: "Sie haben nicht nur Gutes getan, sondern den Menschen auch immer Freude gemacht." Es ist Herrmanns öffentlichkeitswirksamen Engagement zu verdanken, dass der Weil der Städter Gemeinderat einstimmig die Einführung einer Ehrenplakette beschlossen hat: Ab Frühjahr wird es die Auszeichnung für ehrenamtlich Engagierte geben. Für Herrmann gab es statt einer Ehrenplakette eine Flasche Wein.

 

Als Herrmann vor 15 Jahren zum ersten Mal ins Olgahospital gekommen war, hatten ihn Dunkelheit und Enge der Einrichtung "erschreckt". Seither hat sich dort einiges geändert, wie Oberärztin Ewa Koscielniak und Erzieherin Jasmin Wochele vom Olgäle bestätigten. "Die Kinder brauchen kreative und ablenkende Angebote", berichtete Wochele und betonte: "Ohne Ihre Hilfe wäre das nicht möglich." Koscielniak kann sich "gar nicht mehr an die Zeit vor Ihnen erinnern". Neben dem materiellen Aspekt von Herrmanns Tätigkeit sei es vor allem "die ideelle Unterstützung, die uns allen immer wieder Mut macht". Ein ganz besonderes Geschenk bekam Herrmann auch noch überreicht. Die kleinen Patienten hatten ihrem Helfer ein Bild gemalt, das dieser sichtlich gerührt entgegennahm.

 

Dass Herrmann nun nicht mehr als Nikolaus durch die Lande zieht, ist keineswegs das Aus für seine Initiative "Ein Herz fürs Olgäle". "Nur der Nikolaus geht von der Bühne", versicherte er und verwies auf Peter Müller, lange Jahre Leiter des Polizeipostens in Magstadt, mit dem er schon mehrere Projekte organisiert hat. Müller versprach seinem Freund: "Auch wenn Du nicht mehr so fit bist - Deine Aktion wird weiter unterstützt." Auch ihm ist die Initiative inzwischen ein "Herzensanliegen" geworden.

 

Bürgermeister Straub will in der nächsten Gemeinderatssitzung das Spendendöschen rumgehen lassen und es "an Silvester oder Neujahr zurückgeben". Damit will er Herrmanns Herzenswunsch erfüllen: "Ich würde gern noch die 220 000 Euro-Grenze knacken."

 

Spenden für die Initiative "Ein Herz fürs Olgäle" können auf folgendes Konto überwiesen werden: Landesbank Baden-Württemberg, Bankleitzahl 600 501 01, Kontonummer 7 894 002 664.