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Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber · 23.04.2016

Deftig schwäbische Mordserie

Böblingen: Neuer Film „Tatort Calw – Auge um Auge“ von Mania Pictures am 27. April im Bärenkino

Mit dem Krimi „Tatort Calw – Auge um Auge“ präsentiert der Calwer Verein Mania Pictures den siebten Teil seiner beliebten Tatort-Reihe. Am 27. April ist der Film, der an 14 Drehtagen mit einem Budget von 15 000 Euro gedreht wurde, im Böblinger Bärenkino zu sehen.

Kaum aus dem Knast entlassen, wird ein Kleinkrimineller mit einer Kettensäge zerlegt: So steigt der siebte Teil der Reihe „Tatort Calw“, die vom Calwer Verein Mania Pictures seit 2001 produziert wird, in seine Handlung ein.

Doch zarte Gemüter müssen keine Angst vor diesem brachialen Auftakt des Films „Auge um Auge“ haben: Im entscheidenden Augenblick schwenkt die Kamera weg. Und nach einem beherzten Schnitt sieht der Zuschauer stattdessen, wie sich Stefan Lörcher in der Rolle des Kommissars Jäger einen deftigen Klecks blutroten Ketchups aufs Leberkäsweckle klatscht.

So deftig wie das Leberkäsweckle präsentiert sich das Schwäbisch des Kommissars, dem es in der folgenden Filmhandlung obliegt, der Mordserie eines selbst ernannten Rächers an Kleinkriminellen auf die Spur zu kommen. Kein Wunder: Darsteller Stefan Lörcher ist als Darsteller im Maurich-Theater Stammheim der schwäbischen Mundart verpflichtet.

„Stefan Lörcher ist unser Star und in Calw bekannt wie ein bunter Hund“, sagt Regisseur und Drehbuch-Autor Armin Schnürle: „Diesmal gibt er den schwäbischen Grantler besonders gut.“ Nicht nur über die Mundart ist „Tatort Calw“ dem Lokalkolorit verpflichtet: Gedreht wurde „Auge um Auge“ an 14 Drehtagen in Calw, wo der Krimi auch spielt. Unter anderem die denkmalgeschützte „Villa Wagner“, ehemals Musikschule, diente als Drehort.

Mit dem Schwenk auf Mundart und Lokalkolorit begann die Erfolgsgeschichte der Amateur-Filmer von Mania Pictures, deren Kino-Vorführungen regelmäßig ausverkauft sind und deren Filme im Schnitt von rund 3000 Zuschauern angeschaut werden. „Unseren ersten Film, ‚Fallen Angels‘, haben wir 1999 an Orten in der ganzen Welt auf Hochdeutsch gedreht“, erzählt Armin Schnürle: „Von Zuschauern kam der Hinweis, es doch mal stattdessen mit lokalen Drehorten und mit schwäbischer Mundart zu versuchen.“

Der Hinweis entpuppte sich als goldrichtig: „Seit Stefan Lörcher nicht mehr Hochdeutsch sprechen muss, was er nicht kann, blüht er richtig auf“, so Armin Schnürle. Und mit einer Handlung, die in Calw spielt und vor Ort gedreht wird, wirken die Produktionen von Mania Pictures authentischer.

„Wir sind ruhiger geworden“, beschreibt Armin Schnürle die Entwicklung der Reihe „Tatort Calw“: Früher sei die Handlung eher ein Vorwand gewesen, um möglichst viele spektakuläre Dinge unterzubringen wie Panzer, Hubschrauber oder Explosionen. „Inzwischen legen wir wesentlich mehr Wert auf eine stimmige, spannende Handlung“, so Armin Schnürle. Wichtige Nebenrollen besetzt Schnürle inzwischen mit ausgebildeten Schauspielern: „Dort ist das Geld sinnvoller angelegt als in der fünften Explosion.“

Auch Ex-Tatort-Kommissar Tilo Prückner ist diesmal wieder mit dabei. „Tilo Prückner ist der einzige Promi-Darsteller, für den ich mich inzwischen traue, größere Rollen zu schreiben“, erzählt Armin Schnürle: „Denn er ist zuverlässig von Anfang an bei ‚Tatort Calw‘ mit dabei.“ Im nächsten „Tatort Calw“, an dem Armin Schnürle derzeit schreibt, im Sommer gedreht werden soll und den Titel „Der Seher“ trägt, könnte die Rolle von Tilo Prückner sogar noch größer ausfallen.

Einen weiteren Plan hat Armin Schnürle: „Wir müssen endlich auch mal in Böblingen und Sindelfingen drehen“, so Schnürle. Denn auch hier haben die Hobby-Filmemacher von Mania Pictures eine solide Fan-Basis.

Info

„Tatort Calw – Auge um Auge“ ist am 27. April um 20 Uhr im Böblinger Bärenkino zusehen.

Regisseur und Drehbuch-Autor Armin Schnürle zeigte den neuen Film von Mania Pictures in Weil der Stadt. Am 27. April ist „Tatort Calw – Auge um Auge“ in Böblingen zu sehen. Bild: Staber