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Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer · 31.01.2009

Das Strafregister ist randvoll

Böblingen/Sindelfingen: 19-Jähriger muss wieder ins Gefängnis

Das Vorstrafenverzeichnis des Angeklagten Attila P. aus Sindelfingen füllt Seiten. Seit dem Jahr 2004 steht der 19-Jährige regelmäßig vor Gericht. Die Straftaten, weswegen der Angeklagte in den vergangenen Jahren bestraft wurde, ziehen sich quer durch das Strafgesetzbuch. Die Verurteilungen ließen das Konto von Attila P. auf vier Jahre Jugendstrafe anwachsen.

 

Etwa zwei Drittel davon saß er in Etappen ab, ehe er am 16. Juni 2008 aus dem Vollzug entlassen wurde, der Rest der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Es dauerte allerdings nur etwas mehr als zwei Monate, ehe der 19-Jährige wieder straffällig wurde. Am 27. August entwendete der Angeklagte einer 19-jährigen Gärtringerin am Sindelfinger Busbahnhof aus deren Handtasche heraus deren Geldbeutel. 30 Euro waren darin, zudem auch eine EC-Karte.

 

Am 30. August traf der Angeklagte mit einem Freund am Sindelfinger Busbahnhof auf eine Gruppe Jugendlicher. Einem dieser Jugendlichen, dem 17-jährigen Ralf T., riss der Angeklagte das Mobiltelefon aus der Hand und gab es trotz mehrfacher Aufforderung nicht zurück. "Ich habe ihm 20 Mal gesagt, er soll das Telefon wieder hergeben", sagte Ralf T. Dem Angeklagten wurden diese ständigen Bitten offenbar zu viel, jedenfalls schlug er Ralf T. mit der Faust derart ans Kinn, dass der 17-Jährige umfiel.

 

"Er hat mich genervt"

 

"Ich habe ihn nicht geschlagen, ich habe ihn nur geschubst. Er hat mich genervt", sagte der Angeklagte, der den räuberischen Diebstahl wie auch den Diebstahl des Geldbeutels drei Tage bestritt. "Ich habe das Handy angeschaut und ihm dann aber zurückgegeben", sagte der Angeklagte. Plötzlich sei das Handy wieder weggewesen. "Ich weiß nicht, wer es genommen hat."

 

Die Staatsanwältin forderte eine Einheitsjugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen Diebstahls und räuberischen Diebstahls. Darin eingerechnet waren die vier Jahre Jugendstrafe, die Attila P. bereits im Gepäck hatte. "Es ist nicht so, dass es uns Spaß macht, sie jedes Mal aufs Neue zu verurteilen", sagte die Staatsanwältin: "Aber das ist auch ein gewisses Maß an Opferschutz. Nutzen sie ihre letzte Chance im Jugendstrafvollzug."

 

Das Jugendschöffengericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu vier Jahren und neun Monaten. "Es stand die Frage im Raum, ob nochmals Jugendstrafrecht angewandt werden kann. Mit einigem Wohlwollen gibt es vielleicht noch Hoffnung auf ein spärliches Entwicklungspotenzial", sagte Richter Scheible.