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Von unserem Redakteur Karlheinz Reichert · 06.11.2018

Das IBM-Labor zieht nach Ehningen

Böblingen/Ehningen: Der Konzern hofft, dass er Ende 2019 mit dem Neubau beginnen kann

Die Hauptverwaltung und das Rechenzentrum der IBM Deutschland in Ehningen: Auf dem Areal gibt es noch Platz für den Neubau des Labors. Bild: Reichert

Die IBM wird ihr Böblinger Labor vom Schönaicher First nach Ehningen umsiedeln. Das Unternehmen plant dafür einen Neubau bei der jetzigen Hauptverwaltung ihrer deutschen GmbH. Das Böblinger Labor ist das Herzstück der Forschung und Entwicklung der IBM in Deutschland.

Bereits Anfang Februar informierte die IBM ihre Beschäftigten darüber, dass es Überlegungen gibt, das Labor vom Schönaicher First nach Ehningen zu verlegen (die SZ/BZ berichtete). Das Labor hat etwa 1400 Mitarbeiter.

Damals stießen der neue Deutschland-Chef der IBM, Matthias Hartmann und Dirk Wittkopp, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung, eine ergebnisoffene Untersuchung an, um zu klären, ob es überhaupt Sinn mache, das Labor an die Hauptverwaltung und an das Rechenzentrum des Unternehmens anzudocken.

Inzwischen ist die IBM 3 Schritte weiter: Erstens gebe es für ein Zusammenlegen der Standorte mehr Plus- als Minuspunkte. Zweitens könne das Labor in Ehningen nicht in bestehende Räume ziehen, sondern benötige einen Neubau und – drittens – dieser wurde nun von der Konzernzentrale in den USA im Grundsatz genehmigt.

Auf eigenem Grundstück

Bislang, so Michael Kieß, Pressesprecher des Labors, habe man für den Neubau lediglich ein Grundkonzept erstellt. Jetzt gelte es, dieses um die Einzelheiten zu ergänzen. Nach seiner Einschätzung sei das für 4 bis 5 Monate Arbeit, die hinter den Kulissen ablaufe, bis die IBM dann mit einem Baugesuch an die Öffentlichkeit, in diesem Fall an die Gemeinde Ehningen, herantrete.

Die IBM hofft, dass sie Ende 2019 mit den Bauarbeiten beginnen kann. Dann könnte das Labor wahrscheinlich Ende 2022 umziehen. Konkrete Pläne zur Verwendung des Anwesens am Schönaicher First gäbe es noch nicht.

Die IBM hat östlich ihrer jetzigen Gebäude in Ehningen noch eine Fläche, auf der nach dem Bebauungsplan aus dem Jahr 1983 ein weiteres Gebäude erstellt werden darf. „Das Baurecht dafür ist da“, bestätigt Ehningens Bauamtsleiter Claus Walz auf Anfrage der SZ/BZ.

„Hoch erfreulich“

Bevor der Elektronikkonzern in den 1980er Jahren das erste Mal in Ehningen bauen konnte, hat die Gemeinde das Areal „Hinter dem Berg“ erworben und dieses dann an das Unternehmen verkauft. Vor 10 Jahren baute die IBM dann auf dem Grundstück zum zweiten Mal: für ihre deutsche Hauptverwaltung, die 2009 von Stuttgart-Vaihingen nach Ehningen umzog.

„Da wurden in den 1980er Jahren sehr nachhaltige Entscheidungen getroffen“, sagt Walz, „und es ist hoch erfreulich, dass nun auch das Labor nach Ehningen kommt.“ Dass viele weitere Arbeitsplätze auch zusätzlich Verkehr mitbringen, darüber ist sich Walz im Klaren: „Da müssen wir halt schauen, wie wir den abgeleitet und geregelt kriegen.“