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Von unserem Redakteur Jürgen Wegner · 03.07.2015

Das Hausaufgabenheft füllt sich

SZ/BZ-Radwege-Check: Die digitale Karte auf szbz.de wächst – und damit auch die konkreten Hinweise an die Gemeinden / SZ/BZ-Serie (Folge 18)

Der SZ/BZ-Radwege-Check biegt so langsam in die Zielkurve ein. Zwei Strecken wird die Redaktion noch testen, dann gibt es ein Abschlussinterview, das hoffentlich auch Eintrag ins Hausaufgabenheft der Gemeinden findet. Parallel dazu wächst die interaktive Radwege-Karte auf szbz.de. Und auch per E-Mail dürfen weiterhin gerne Wünsche und Anregungen in der Redaktion eingehen.

Einige sind hier zusammengefasst:

„Ihre Artikel zum Radwege-Check finde ich sehr gut. Ich bin selber viel mit dem Fahrrad unterwegs. Leider gibt es immer noch Menschen für die die Radwege kein Thema sind und man nimmt keine Rücksicht“, schreibt Gert Bussler. Einmal seien die Mülleimer vom Abfallwirtschaftsbetrieb geleert worden. „In der Böblinger Straße standen um 10.20 Uhr fünf zum Teil große Tonnen mitten auf dem Fahrradweg. Die Tonnen waren geleert. Entweder musste man an diesen Stellen auf die Fahrstraße oder dem Gehweg ausweichen. Ich musste anhalten, weil auf dem Fußgängerweg mir eine Frau mit Kinderwagen und einem Kind entgegenkam. „Die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft handeln hier sehr bequem. Auf dem Gehweg hat es dort genügend Platz die Mülleimer abzustellen, ohne dass jemand behindert wird.“

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„Den Radwege-Check zur neuen Brücke über die B 464 bei Dagersheim habe ich mit großem Interesse gelesen“, schreibt der Böblinger Martin Erdemann. Was den Radweg von Sindelfingen nach Darmsheim betrifft, könne er den überaus positiven Eindruck nur bestätigen.“ Ich wohne allerdings in Dagersheim und fahre die neue Brücke von Süden her zwischen B 464 und Albert-Schweitzer-Straße an. Hier hat man aus unerfindlichen Gründen die letzten 120 Meter vor der Brücke nicht geteert und die allerletzten 40 Meter davon sogar so grob eingelegt, dass man den Eindruck gewinnt, dass Dagersheimer Radfahrer vom Befahren der Brücke abgeschreckt werden sollen.“

Seine in den letzten Jahren alternativlose Route von Dagersheim nach Sindelfingen führte nördlich an der obersten Häuserzeile „Im Rübländer” entlang –, ein als kombinierter Rad- und Fußweg ausgeschildertes Teilstück, „das aber wegen der zahlreichen durch Gebüsch verdeckten und damit nicht einsehbaren Hauseingänge eine Gefahrenzone darstellt. Meine oben beschriebene neue Route ist deutlich ungefährlicher und zudem kürzer, weshalb ich sie trotz des unbefestigten Teilstücks bevorzuge.“

Die Radverbindungen von Dagersheim nach Sindelfingen wären für Martin Erdemann ein lohnendes Feld für den Radwegecheck. Vielleicht könnte man auch in Erfahrung bringen, „welche tiefe Weisheit hinter der mangelnden Befestigung und groben Schotterung der Anbindung der neuen Brücke von Dagersheim her steckt“.

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„Mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich den Radwege-Check“, schreibt jemand mit dem Pseudonym „der Alltagsradler“, der täglich mit dem Fahrrad von der Jahnstraße Böblingen nach Holzgerlingen fährt. Der Radwege-Check von der Stuttgarter Straße bis zum Elbenplatz war am Neubau Volksbank zu Ende. Der Gehweg zum Elbenplatz ist in beiden Richtungen, siehe Beschilderungen, gleichzeitig offizieller Radweg. Wenn man vom Friedrich-List-Platz zum Elbenplatz beziehungsweise zum Café Frechdax fahren möchte, muss man die nächste knackige Stelle überwinden und die Stadtgrabenstraße an der Ampel überqueren.

„Diese Ecke ist für beide Richtungen nicht ganz ungefährlich. Eines morgens, als ich diesen Geh- und Radweg benutzt habe, sind mir plötzlich zwei Radfahrer an dieser unübersichtlichen Ecke entgegengekommen. Der eine ist von mir aus gesehen nach rechts auf die Straße ausgewichen und der andere ist links an mir vorbeigefahren. An dieser Stelle wäre es die sicherste Variante, das Fahrrad zu schieben.“ Dies sei aber auch nicht der Sinn eines Fahrradweges. „Nun versuche ich diesen Radweg zu meiden und eine andere Strecke zu fahren. Im Moment ist aber in der Stadtgrabenstraße bei der Einfahrt zur Tiefgarage eine Baustelle und der Fahradweg gesperrt. Da muss man eben als Radfahrer sehen, wie man sich so durchschlängelt.

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Mit den Kreisverkehren in Maichingen beschäftigt sich Helmut Hofmann, Grünen-Stadtrat und Vorsitzender des Bürgervereins Landhaussiedlung. So wie in der Radwege-Check-Folge „Guter Kreisel, schlechter Kreisel“ schreibt auch er zum Kreisverkehr an der Kirche: „Dieser wird von Schülern stark frequentiert, hat keinerlei Querungshilfen, also vorfahrtsberechtigte Radspuren. Die Zebrastreifen gelten ‚nur zu Fuß‘ und werden in dieser Form von den Schülern nicht genutzt. Ein beispielhafter Kreisverkehr mit Radspuren ist der neue Kreisel am Maichinger Hallenbad. Er zeigt, dass vernünftige und sichere Radspuren möglich sind.“

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Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist aktiv geworden. Der Vorsitzende der ADFC Ortsgruppe Renningen-Rutesheim-Magstadt mit Weil der Stadt, Jörg Stenner, schrieb einen offenen Brief an Landrat Roland Bernhard und schickte ihn auch in die SZ/BZ-Redaktion. Der Hintergrund: Der Landkreis ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen im Land und gehört damit zu den Vorreitern für mehr und komfortableren Radverkehr. Erklärtes Ziel ist es, den Radverkehrsanteil bis 2025 von aktuell acht bis neun Prozent auf 20 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen wurde im Dezember 2014 auf ihre Initiative hin auch die Radverkehrskonzeption für den Landkreis Böblingen verabschiedet.

Auch vor diesem Hintergrund bittet Jörg Stenner, „eine die Radler schon lange ärgernde Maßnahme zu priorisieren und für eine schnelle Umsetzung zu sorgen: die seit Jahrzehnten mangelhafte Radwegeverbindung zwischen Magstadt und Renningen“. Dabei gehe es ab dem Kreuzungspunkt der B 295 mit der B 464 in nördlicher Richtung, um einen Bereich von etwa 300 Metern, „der dringend in einen radfahrtauglichen Zustand versetzt werden sollte. Die Rad fahrenden Schüler von Magstadt, die Radler auf dem Weg zur Arbeit, die Freizeitradler und die trainierenden Rennradler des RV Pfeil Magstadt werden es Ihnen danken.“

So funktioniert die digitale Radwege-Karte: Auf szbz.de ins Radwege-Check-Portal gehen, über das Symbol „Ihre Meldung“ Schwachstellen beschreiben und am besten ein Bild hochladen – schon ist die Karte um einen Hinweis reicher. Grafik: Buscemi