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Von unserem Redakteur Tim Schweiker · 02.04.2011

Das gut abgehangene Filetstück

Sindelfingen: Bebauungsplan "Am Feger" ist auf dem Weg / Stadt sucht immer noch einen Investor

Zweimal war die Veränderungssperre verlängert worden, jetzt kommt die Stadt um einen Bebauungsplan für das Gebiet "Am Feger" nicht mehr herum. "Obwohl wir den lieber mit einem Investor zusammen entwickelt hätten", wie Thomas Leonhardt, Chef des Planungsamts, sagt. Doch einen solchen Investor sucht die Stadt nun schon seit Jahren.

 

"Der Bereich Feger-Nord ist eine Schlüsselstelle. Deshalb ist es mir wichtig, dass dort etwas passiert. Da ist jetzt Bewegung drin." Das sagte Sindelfingens Baubürgermeister Johannes Mescher im Gespräch mit der SZ/BZ - im Jahr 2003.

 

Zuletzt hatte der Biergarten von Werner Mornhinweg nach seinem Wegzug vom Schlanderer-Gelände zumindest in den Wochen während der Fußball-WM 2010 der Brachfläche an der Gartenstraße neues Leben eingehaucht. Der Biergarten ist Geschichte, einen Investor, der auf dem Gelände bauen will, sucht die Stadt immer noch.

 

"Attraktive Bebauung möglich"

 

Dabei gehört das 1,78 Hektar große Gebiet zwischen Mercedes-, Garten- und Bahnhofstraße für CDU-Fraktionschef Walter Arnold "zu den Filetstücken" in der Innenstadt. Der Bebauungsplan, der Wohngebäude mit bis zu drei Stockwerken und Möglichkeiten für Einzelhandel und Büros vorsieht, sei wichtig, weil damit "eine attraktive Bebauung möglich wird".

 

Ingrid Balzer, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, ist "ganz und gar nicht" der Meinung von Thomas Leonhardt und vermisst einen Investor zumindest vorerst noch nicht. "Es ist gut so, dass wir das ohne einen Investor machen und sagen können, wie wir es haben wollen", so Balzer mit Blick auf die Debatte um das Schlanderer-Areal.

 

Andreas Schneider-Dölker (SPD) kennt "kein Grundstück in der Stadt, an das es so hohe Erwartungen von Seiten der Politik gibt. Hoffentlich kommen wir hier jetzt endlich einmal weiter". Grünen-Fraktionschef Hans Grau empfiehlt der Stadt eben deshalb, potenziellen Investoren Gesprächsbereitschaft zu signalisieren: "Das ist erst dann ein Filetstück, wenn es auch bebaut wird."

 

Für FDP-Stadtrat Dr. Werner Payer ist "es ein Rätsel, warum hier bisher kein Investor zugegriffen hat". Das liegt nach Ansicht von Baubürgermeister Johannes Mescher an der Konjunkturkrise der letzten Jahre, aber auch daran, "dass der Grundstückspreis mit 600 bis 700 Euro pro Quadratmeter schlicht zu hoch ist". Es habe mehrere Interessenten gegeben, "aber bei denen war bei 350 bis 400 Euro Schluss".

 

Mescher gibt sich dennoch optimistisch: "Ich hoffe, dass ich Ihnen bald positive Nachricht geben kann." Der Technik- und Umweltausschuss schickte den Auslegungsbeschluss einstimmig in den Gemeinderat.

 

Der ehemalige Biergarten an der Ecke Mercedesstraße/Gartenstraße ist Teil des Areals "Am Feger", für das die Stadt seit Jahren einen Investor sucht. Bild: Schweiker