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Von unserem Mitarbeiter Werner Eberhardt · 19.06.2018

Das erste Gaswerk wurde 1903 gebaut

Sindelfingen: Die Stadt verfügt über ein Gasleitungsnetz von 259 Kilometern / Es gibt rund 6700 Erdgasheizungen / SZ/BZ-Serie über 20 Jahre Stadtwerke (2)

Mit der Gründung der Stadtwerke im Jahr 1998 hat die Stadt Sindelfingen die Energie- und Wasserversorgung für Bürger und Unternehmen in die eigenen Hände genommen. „20 Jahre Stadtwerke – ist eine beachtliche Erfolgsgeschichte“, sagt Sindelfingens OB Dr. Bernd Vöhringer.

Die Stadtwerke liefern Strom, Gas, Wasser und Fernwärme, zeichnen aber auch für Dienstleistungen wie Telekommunikation, das Parkraum-Management oder die Elektro-Mobilität verantwortlich. In einer Serie beleuchtet die SZ/BZ die Aufgabengebiete der Stadtwerke. In dieser Folge geht es um die Versorgung mit Gas.

1903 wurde das erste Gaswerk der Stadt Sindelfingen in der Bahnhofstraße errichtet, das ab 1909 zusammen mit der Stadt Böblingen betrieben wurde. Mit der Ansiedlung des Daimler-Werks im Jahr 1915 und weiterer Fabriken war die Kapazität dieses Gaswerks bald ausgeschöpft. So entschloss man sich 1920 die eigene Gaserzeugung einzustellen und Gas aus Stuttgart zu beziehen. Im Jahr 1933 wurde das Gaswerk an Stuttgart verkauft. 1998 übernehmen die Stadtwerke Sindelfingen das Gasnetz. Bis heute wurde das Netz aufgrund des steigenden Bedarfs stetig erweitert und erneuert. 20 Gasdruckregelanlagen wurden bisher gebaut.

Gasversorgung heute: Es bestehen rund 6700 Erdgasheizungen. Sindelfingen verfügt inzwischen über ein Leitungsnetz von 259 Kilometern. Mit einem Kubikmeter Erdgas kann die Zentralheizung eines Einfamilienhauses 30 Minuten lang betrieben werden oder ein Erdgasauto 30 Kilometer weit fahren.

Die Stadtwerke Sindelfingen fördern die Modernisierung von Heizungsanlagen auf den umweltfreundlichen Brennstoff Erdgas und den Kauf eines erdgasbetriebenen Neufahrzeuges. Der Umstellbonus wird für den Fall gewährt, dass eine Heizungsanlage von einem anderen Energieträger (wie zum Beispiel Heizöl oder Festbrennstoffe) auf Erdgas umgestellt wird und einer Laufzeitvereinbarung der Erdgaslieferung durch die Stadtwerke von zwei Jahren zugestimmt wird. Bei Neubauten wird keine Förderung gewährt. Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Leistung der neuen Erdgasheizung.

Bezuschusst werden Erdgas-Neufahrzeuge sowie nachträglich auf Erdgas umgerüstete Fahrzeuge. Der Zuschuss kann nur gewährt werden, wenn keine andere Förderung in Anspruch genommen wird. Die Förderung besteht aus einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 300 Euro in Form eines Tankguthabens für die beiden Erdgas-Tankstellen in Sindelfingen und Grafenau. Alles Weitere zur Förderung findet man auf www.stadtwerke-sindelfingen.de im Internet.

Spezieller Erdgastarif

Seit dem 1. Juli 2015 müssen bei einem Heizungsanlagen-Austausch in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden 15 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien gedeckt oder entsprechende Ersatzmaßnahmen nachgewiesen werden. Die Stadtwerke haben dafür einen speziellen Erdgastarif eingeführt. Durch die Wahl dieses Tarifes können zwei Drittel der Vorgaben erfüllt werden. Für die Erfüllung des restlichen Drittels sind verschiedene Optionen möglich. Zum Beispiel ein energetischer Sanierungsfahrplan von einem Energieberater, die Installation von Solarkollektoren oder eine Verbesserung des Wärmeschutzes am Gebäude.

Die Gasdruckregelstation der Stadtwerke dient zur Optimierung der Erdgaseinspeisung und trägt zur Versorgungssicherheit bei. Mit dem Einbau eines Blockheizkraftwerks (BKKW) setzen die Stadtwerke Sindelfingen eine innovative und zugleich energiesparende Lösung für die Vorwärmung von Erdgas bei der Druckminderung in einer Gasdruckregelstation um.

Die Gasdruckregelstation in der Rudolf-Harbig-Straße dient der Einspeisung von Erdgas aus dem Hochdruckleitungsnetz in das Erdgas-Verteilnetz der Stadtwerke Sindelfingen. Dabei wird in der Anlage der Gasdruck von 22 bar auf 4 bar reduziert. Angrenzend an die Station betreiben die Stadtwerke einen Erdgasröhrenspeicher, in dem bis zu 100 000 Kubikmeter Erdgas gespeichert werden könnten. Bei der Druckabsenkung sinkt die Erdgastemperatur so stark ab, dass ein Vereisen der Armaturen durch Kondensation des Wasserdampfes die Folge wäre. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, ist eine Erwärmung des Gases notwendig.

In der Regelstation in der Rudolf-Harbig-Straße geschieht dies effizient über ein neues Blockheizkraftwerk. Die bestehenden Heizkessel wurden durch eine Brennwerttherme und ein BHKW-Modul mit Pufferspeicher ersetzt. Das BHKW wird wärmegeführt betrieben, d. h., die erzeugte Wärme wird komplett zur Erdgasvorwärmung genutzt. Gleichzeitig wird elektrische Energie erzeugt. Zusätzlich steht ein neuer Brennwertkessel für eine 100%ige Ausfallsicherheit zur Verfügung.

Info

Mit einem Sommerfest feiern die Stadtwerke Sindelfingen am Samstag, 21. Juli, ab 11 Uhr ihr 20-jähriges Bestehen mit Live-Musik, Attraktionen für Kinder, Führungen im Wasserwerk einschließlich einer Fahrt mit Bimmelbahn in die Heizzentrale Grünäcker. Weitere Infos gibt es unter www.stadtwerke-sindelfingen.de im Internet.